Entscheidung mit dem 566. Schuss

Das neue Königspaar: Einen dicken Knutscher gab es von Dino Dall’Anese an seine Frau Patrizia.
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Das neue Königspaar: Einen dicken Knutscher gab es von Dino Dall’Anese an seine Frau Patrizia.

403. Fest der Nortorfer Vogelgilde von 1612 / Peter Schröder gab seinen Titel an Dino Dall’Anese weiter / Königsschütze war Ralf Rohwer

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26. Mai 2015, 12:14 Uhr

Um 16.12 Uhr gestern Nachmittag fiel der alles entscheidende Schuss: Ralf Rohwer schoss den Vogel mit dem 566. Schuss ab und machte damit Dino Dall’Anese zum neuen König der Nortorfer Vogelgilde von 1612. Jubelnd und sichtlich überrascht nahm der Nortorfer Gastronom den Königstitel entgegen. Auch seine Gattin Patrizia konnte ihr Glück kaum glauben: „Ich kann das noch gar nicht wirklich fassen.“ Nachdem das Ehepaar die vielen Glückwünsche der Gildebrüder- und schwestern entgegennahm, ging es traditionell mit der Kutsche vom Gasthof „Ritzebüttel“ Richtung Marktplatz, wo sich das neue Königspaar den Nortorfern Bürgern präsentierte. Dort hatte Dino Dall’Anese vor seiner Pizzeria bereits alles für die Feier am Abend vorbereitet – unwissend, dass er schließlich selbst im Vordergrund stehen würde.

Zur Feierstunde am Morgen im „Holsteinischen Haus“ konnte Ältermann Hubertus Wollny allerhand Ehrengäste begrüßen. Darunter auch eine Abordnung der Hohenwestedter Schützengilde von 1836 und der Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde von 1692. Für Peter Schröder ging das Königsjahr entspannt und humorvoll zu Ende. In seiner Rede erinnerte er sich an seine Kindheit zurück: „Als Kind bin ich immer am Schießstand vorbei gegangen und habe gehorcht, wer neuer König wird. Dann bin ich zum Marktplatz gelaufen und haben allen gesagt ,Ich weiß schon, wer es ist.’ Was ich mir nie erträumt habe ist, dass ich einmal selber König werde. Es war ein tolles Jahr!“

Hubertus Wollny dankte den Gildebrüdern vor allem für ihren Einsatz. „Denn ohne ehrenamtlichen Fleiß – vom Jugendtrainer bis hin zum Bürgermeister – geht nichts. Ihr habt den allergrößten Respekt verdient.“ Im September soll das 15-jährige Bestehen der Aktiven Zylinder gefeiert werden. „Es wurden viele Spenden gesammelt. Die Arbeit ist sehr erfolgreich und ein wesentlicher Teil und Sinngebung der Vogelgilde“, erklärte Wollny.

Die Glückwünsche der Stadt und des Amtes überreichte Bürgermeister und Gildebruder Horst Krebs. In seiner Rede ging er nicht nur auf die Tradition des Vereines ein, sondern auch auf die derzeitige „nicht so gute“ Stimmung im Rathaus. „Lasst uns in Treuen zween und zween wider alles Raubzeug stehn – euren Gildespruch werde ich mir von euch ausleihen und mit ins Rathaus nehmen“, sagte Krebs.

Als Neugildebrüder aufgenommen wurden Winfried Bentke, Vorstand der Stadtwerke sowie Sven Kahle und Axel Herr. Lars Tietje wurde als Junggildebrüder übernommen. Als Achtmänner schieden turnusgemäß Werner Seefeldt und Ingo Berger aus dem Vorstand aus. Neu gewählt wurden Otto Thun und Carsten Tietje. Für seine 25-jährige Mitgliedschaft wurde Bernhard Seefeldt geehrt. Seit 40 Jahren dabei ist Karl-Arthur Jäger-Volk, der sich über das goldene Ehrenzeichen freuen konnte. Standing-Ovations und einen kräftigen Applaus gab es für den dienstältesten Gildebruder Hans-Jürgen Schönwandt. Der Nortorfer ist seit 65 Jahren treues Mitglied. Er gilt als „Neugründungsmitglied“ von 1950. Ab 1936 ruhten nämlich die Gildeveranstaltungen, da die Nortorfer Vogelgilde nicht bereit war, dem Reichschützenbund zwangsweise beizutreten. Als Ehrenmitglied ernannt wurde Uwe Plambek.

Der öffentliche Gildeball findet am Sonnabend, 30. Mai, ab 20 Uhr im „Ritzebüttel“ in Thienbüttel statt. Für musikalische Unterhaltung sorgen die Original Hohner Dorfmusikanten. Der Eintritt ist frei, um gedeckte Abendgarderobe wird gebeten.

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