Schacht-Audorf : Entscheidung im Duell um höchstes Amt

In Schacht-Audorf wird die Gemeindevertretung morgen eine Bürgermeisterin wählen.
In Schacht-Audorf wird die Gemeindevertretung morgen eine Bürgermeisterin wählen.

CDU und SPD wollen Bürgermeisterin stellen.

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13. Juni 2018, 10:10 Uhr

Schacht-Audorf | Die 52-jährige Regentschaft der Schacht-Audorfer SPD könnte morgen zu Ende sein. Um 19 Uhr tritt die Gemeindevertretung im Verwaltungsgebäude, Kieler Straße 25, zu ihrer ersten Sitzung seit der Kommunalwahl zusammen. Tagesordnungspunkt 4 lautet „Wahl der Bürgermeisterin/des Bürgermeisters“. Ausgang: offen.

Die Genossen stellen seit dem 24. März 1966 den Bürgermeister. Amtsinhaberin Sabrina Jacob wurde am 29. Juni 2016 mit zehn Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen und einem ungültigen Votum gewählt. Doch seit der Kommunalwahl hat sich das Mehrheitsverhältnis in der Gemeindevertretung verändert.

52 Jahre hatte die SPD die absolute Mehrheit, bestätigte Jacobs Vorgänger Eckard Reese auf Anfrage. Bei der jüngsten Kommunalwahl rutschte ihr Anteil erstmals unter die 50-Prozent-Marke auf 45,7 Prozent. Die SPD erhielt acht, die CDU sechs und die Allgemeine Schacht-Audorfer Wählergemeinschaft (ASW) drei Sitze. Letztere wird bei der Bürgermeisterwahl zum Zünglein an der Waage. Eine ASW-Stimme für Jacob reicht, damit sie im Amt bleiben kann. Gemeinsam können Fraktionsvorsitzende Christiane Retzlaff, Stellvertreter Frank Bergmann und Rainer Wulf der Kontrahentin Beate Nielsen (CDU) zum Sieg verhelfen. „Ich würde mich freuen, wenn ich gewählt werde“, sagt die 52-Jährige.

Die ASW führte mit SPD und CDU jeweils Gespräche, die beide Spitzenkandidatinnen als positiv empfanden. „Es kamen keine negativen Signale“, so Nielsen. Ob die ASW Zusagen gemacht habe, verrät sie nicht. Jacob stellt mit Blick auf die ASW fest: „Wir sind gar nicht so weit auseinander.“ Die 37-Jährige betont, dass sie bei der Kommunalwahl mehr Stimmen als jeder andere Direktkandidat erhielt. Die SPD sei stärkste Fraktion. „Die Wähler haben uns einen klaren Auftrag gegeben.“ Bergmann hatte am Kommunalwahlabend hervorgehoben, dass in der ASW kein Fraktionszwang herrsche. Inzwischen teilte er mit, dass seine Mitstreiter und er über das Thema gesprochen haben und ihren Entschluss morgen mitteilen werden.

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