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Schülp bei Nortorf : Endspurt im Bürgerwindpark Schülp

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Fundamente sind gelegt, Kabeltrassen in Arbeit: In wenigen Wochen rollen die ersten Schwertransporte. Fertigstellung noch in diesem Jahr.

von
erstellt am 19.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Die vier Plattformen für die Windkraftanlagen sind bereits letzte Woche fertig gestellt worden. Nun härtet der Beton der Fundamente aus und mit der Verlegung der Kabeltrassen wird begonnen. „In vier Wochen rollen dann die ersten Schwertransporte“, berichten Tatjana Zabel und Meike Sachau, Geschäftsführerinnen des Bürgerwindparks in Schülp, „mit der Fertigstellung rechnen wir im Dezember.“

Vor drei Jahren wurde die Gesellschaft gegründet, im Sommer dieses Jahres wurde mit den Arbeiten am Bürgerwindpark begonnen. „Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung“, betont Meike Sachau, „wenn man überlegt, dass es von den ersten Planungen bis jetzt drei Jahre sind und wir bald einen funktionstüchtigen Windpark auf die Beine gestellt haben, ist das schon klasse.“ Auch mit der Bürgerbeteiligung sind die beiden Frauen zufrieden. „64 Personen haben investiert“, berichtet Tatjana Zabel. Der Minimalbetrag zur Beteiligung lag bei 1000 Euro. „Wir haben das extra so angelegt, dass auch Kleinanleger investieren können“, ergänzt Meike Sachau, „beispielsweise wenn die Großmutter ihrem Enkel einen Anteil schenken will.“ Nicht alle Investoren kommen dabei aus Schülp, „aber die meisten“, so die beiden.

Rund 13 Meter tief wurde in die Erde gegraben, 30 Pfähle sorgen für Halt, die Schrauben der Ankertürme ragen bereits aus dem Boden. Die vier Windkraftanlagen des Typs N100 mit einer Gesamthöhe von 150 Metern sollen im Dezember an den Start gehen. Auch für die nötigen Ausgleichsflächen wurde im Vorwege gesorgt. Insgesamt 22 Hektar – vorwiegend im Schülper Moor – stehen zur Verfügung. „Die Renaturierungsmaßnahmen haben natürlich Vorrang“, betont Sachau, „wir haben sehr eng mit dem Naturschutzbund zusammengearbeitet.“ Auch ein gut 300 Meter langer neuer Knick nahe der Windkraftanlagen am Timmasper Weg sowie eine Ausgleichsfläche an der Grenze zu Gnutz sind entstanden.

Die vier Windmühlen, die auf einer Fläche von rund 30 Hektar entstehen, sind extra für Standorte wie Schülp konzipiert. Der Wind sei in der Gemeinde nicht zu 100 Prozent optimal, „deshalb sind die Anlagen besonders leicht drehbar“, weiß Meike Sachau. „Wir haben natürlich Gutachten angelegt und die Modelle haben sich an anderen Standorten bereits bewährt“, fügt Tatjana Zabel an.

Dass das Thema Windkraft auch in anderen Gemeinden des Amtes gerade behandelt wird, ist an den beiden Geschäftsfrauen nicht vorbeigegangen. Während in Timmaspe über Repowering der vorhandenen Anlagen diskutiert wird, denkt man in Eisendorf ebenfalls über einen Bürgerwindpark nach. „Es wäre schade, wenn solche Projekte an den Bürgern vorbeigehen“, betont Tatjana Zabel. Zwar sei Windkraft vielen ein Dorn im Auge, aber in Zusammenhang mit erneuerbaren Energien nahezu unumgänglich. Der Pluspunkt bei einem Bürgerwindpark sehen die beiden Frauen bei den kurzen unbürokratischen Wegen. „Und man sieht direkt vor Ort, wo sein Geld gelandet ist, kann jeden Schritt mitverfolgen“, erklären die Geschäftsführerinnen.

 

 

 

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