Endlich raus aus der Arbeitslosigkeit

Sie wollen auf dem  Weg zum neuen Job helfen: Betreuer Axel Diehl, Susanne Lorenzen und Projektleiterin Gudrun Römhild   Foto: Euler
Sie wollen auf dem Weg zum neuen Job helfen: Betreuer Axel Diehl, Susanne Lorenzen und Projektleiterin Gudrun Römhild Foto: Euler

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17. März 2011, 06:50 Uhr

Rendsburg | Wer einmal arbeitslos war, weiß wie knifflig es ist, sich aus eigener Kraft wieder in Lohn und Brot zu bringen. Besonders schwer haben es Langzeitarbeitslose oder Menschen ohne Berufsabschluss. Immer wieder erhalten sie ihre Bewerbungsmappen von den Unternehmen zurück. Oft lautet die Begründung: "zu lange aus dem Beruf gewesen" oder "zu gering qualifiziert". Um diesen Menschen besser unter die Arme zu greifen, startete die Deutsche Angestellten-Akademie (DAA) zusammen mit den Jobcentern das Projekt "Qualifizierung nach Maß". Ziel des Projektes: Die Stärken der Arbeitssuchenden ermitteln und ihnen eine Nachschulung ermöglichen. Gefördert wird das Projekt durch das Zukunftsprogramm Arbeit Schleswig-Holstein und aus Mitteln der Europäischen Union.

Vier Bewerber pro Monat kann die Akademie aufnehmen. "In den ersten zwei Wochen versuchen wir gemeinsam mit dem Kunden, die Fähigkeiten zu ermitteln", sagt Projektleiterin Gudrun Rönhild. In Einzelgesprächen und anhand von Computertests bekomme man so ein realistisches Bild des eigenen Könnens. Eine besonders wichtige Phase, denn manche Menschen schätzten ihre Fähigkeiten zu hoch, aber oft auch zu niedrig ein.

Voraussetzung für die Teilnehmer: Sie dürfen entweder keinen Berufsabschluss haben und müssen seit einem Jahr arbeitslos sein oder drei Jahre nicht in ihrem Ausbildungsberuf gearbeitet haben. Betreut werden die Kunden von Susanne Lorenzen und Axel Diehl, die sich selbst als Qualitäts-Makler verstehen: "Oft sind es auch ganz praktische Dinge, die von dem Einstieg in einen Beruf hindern", weiß Sozialpädagogin Lorenzen. Was mache ich tagsüber mit meinem Kind? Wie geht man mit Schulden um? Fragen wie diese werden in den Beratungsgesprächen geklärt.

"Dann gehen wir in die Betriebe und bemühen uns um eine Praktikumsstelle", erklärt Axel Diehl. In der Praktikumszeit können sich Bewerber und Betrieb kennen lernen. Danach frage man die Geschäftsführung ganz gezielt: "Was müsste man bei dem Bewerber nachschulen, damit er angestellt wird?" Auch diese Nachschulungen organisiert die Akademie. Der Vorteil für die Unternehmen: Sie bezahlen für die Kurse nichts. "So bekommt der Betrieb einen auf ihn zugeschnittenen Angestellten", fasst es Diehl zusammen. Klar sein müsse aber auch, dass die Weiterbildungen nicht nur dem Unternehmen nutzen dürfen: "Wir bezahlen natürlich keine Ausbildung, die eigentlich im Betrieb stattfinden müsste", so Diehl. Oft sind es fehlende EDV-Kenntnisse, die eine Einstellung verhindern. Dafür hat die DAA eigene Schulungsräume mit zahlreichen PCs eingerichtet, um die Bewerber auf den Berufsalltag vorzubereiten. Bei sprachlichen Defiziten vermitteln die Qualifizierungsmakler Sprachkurse. Auch handwerkliche Ausbildungen wie den Gabelstapler- oder Motorsägenschein sind im Angebot.

"Unser Ziel ist es natürlich, unsere Kunden so schnell wie möglich in die Unternehmen zu bekommen", sagt Leiterin Römhild. Sie wisse, dass das nicht immer möglich ist. Ganz entscheidend dabei sei der Wille des Kunden - lernen könne man nur freiwillig.

Qualifizierung nach Maß

Arbeitslose, die Interesse an der Teilnahme haben, können sich an ihren Betreuer im Jobcenter oder direkt an die Akademie unter (04331)7822-0 wenden. Bewerber müssen mindestens 25 Jahre alt sein und dürfen kein Arbeitslosengeld (ALG I) nach SGB III beziehen. Betriebe, die an dem Projekt teilnehmen wollen, können sich ebenfalls bei der Akademie melden.

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