Jevenstedt : Endgültiger Abschied von der Orgel

Blick hinter den Vorhang: Pastor Ulrich Ranck zeigt die Orgel, die nicht mehr erklingen soll.
Blick hinter den Vorhang: Pastor Ulrich Ranck zeigt die Orgel, die nicht mehr erklingen soll.

Die 30 Jahre alte Orgel in der Jevenstedter Kirche hat ausgedient. Ihre Überarbeitung würde 70000 Euro kosten.

shz.de von
11. September 2018, 10:48 Uhr

In einer Gemeindeversammlung in der St. Georg-Kirche in Jevenstedt stand das Thema „Orgel“ im Mittelpunkt. Soll das 30 Jahre alte Instrument instandgesetzt werden oder sollen die Gottesdienste von einer elektrischen Orgel begleitet werden?

Zu Beginn der vierjährigen Sanierung der Kirche im Jahr 2010 wurde ein Fachguthaben in Auftrag gegeben. „Das Instrument ist gut – besonders für Orgelkonzerte – jedoch auch eine Herausforderung und Schwierigkeit für die Organisten. Die Orgel ist im Prinzip ungeeignet für die Begleitung von Gemeindegesang und Gottesdiensten“, fasste Pastor Ulrich Ranck zusammen. Das Innere der Orgel wurde inzwischen ausgebaut, gereinigt und von der Orgelbaufirma Banzaf auf dem Dachboden eingelagert.

In den letzten Jahren habe der Kirchengemeinderat für sich immer wieder klären müssen, wie er mit der Situation umgehen sollte: schnell und einfach einbauen und mit dem Bestehenden weitermachen oder abwarten und eine alternative Lösung suchen.

Inzwischen habe der Kirchengemeinderat Einigkeit darüber erreicht, nicht mit der alten Orgel weiterzumachen. Eine Überarbeitung des Instruments würde mindestens 70  000 Euro kosten. Zudem sei der Platz des Organisten mit dem Rücken zu den Gottesdienstbesuchern ungünstig. Von dessen Platz auf der Empore aus wäre ein Zusammenspiel mit anderen Instrumentalisten und Sängern nicht möglich, nannte Ranck als Gründe für die Ablehnung.

Jetzt will der Kirchengemeinderat sich elektronische Orgeln und Truhenorgeln in anderen Gotteshäusern ansehen und -hören, um sich ein Bild zu machen.

„Wir haben keinen Zeitdruck“, betonte der Pastor. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass es eine starke und positive Rückmeldung auf die Arbeitsweise des Kirchenmusikers Mathias Werner gebe, der das Klavier in die Gottesdienste einbindet. Auf keinen Fall solle auf das Klavierspiel in Gottesdiensten verzichtet werden, machte Ranck deutlich.

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