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Schul-Abriss : Ende eines Traditionsgebäudes?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Lenkungsausschuss für Neubau der Heinrich-Heine-Schule prüft eine andere Nutzung der Emil-Nolde-Schule. Der Abriss ist wohl kaum zu vermeiden. Die Sanierung würde 700000 Euro kosten.

Seit 1909 steht das Gebäude der Emil-Nolde-Schule an der Neuen Dorfstraße. Generationen von Büdelsdorfern haben hier ihre Schulzeit verbracht. Im Rahmen des Schulneubaus der Heinrich-Heine-Gemeinschaftsschule am jetzigen Standort der Emil-Nolde-Schule wird über den Abriss des historischen Schulhauses nachgedacht.

In der Sitzung des Lenkungsausschusses für den Schulneubau am Dienstag im AWO-Haus für soziale Dienste wurde deutlich, dass ein Abriss nicht unumstritten ist. Beate Sameiski (SPD) sprach sich für einen Erhalt des Gebäudes aus. Man müsse versuchen, eine andere Nutzung für das Schulhaus zu finden.

„Mein Kopf sagt: Abriss aus wirtschaftlichen Gründen, aber mein Herz sagt: Erhalt des Gebäudes, das die Stadt prägt“, machte das Ausschussmitglied Maike Wilken (CDU) ihren Zwiespalt deutlich.

Zuvor hatte ein Planer die Kosten für die Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes mit 700 000 Euro beziffert. Silke Cleve, Leiterin der Heinrich-Heine-Schule, betonte, dass das alte Schulgebäude nicht sinnvoll in das Neubaukonzept passe.

Der Ausschuss beschloss, zur Ermittlung der Baukosten von einem Abriss des Gebäudes auszugehen. Allerdings solle bis zum Jahresende geprüft werden, ob es für eine andere Nutzung vermarktet werden könne. „Das muss aber eine Ein-Euro-Lösung sein, ohne Kosten für die Stadt“, sagte der Ausschussvorsitzende Horst Beyer.

Die Planungen, nach dem Neubau die jetzige Heinrich-Heine-Schule zum Grundschulzentrum zu machen und an dem Standort auch den Kindergarten „Liliput“ und die Stadtbücherei unterzubringen, müssen modifiziert werden. Denn aus statischen Gründen sind die Schulgebäude, deren Fußböden nur mit 350 Kilogramm pro Quadratmeter belastet werden dürfen, für die Bücherei nicht zulässig. „Bei der Bücherei gibt es aber keinen Handlungszwang zum Umzug“, betonte Bürgermeister Jürgen Hein. Diese könne ohne Probleme am bisherigen Standort bleiben.

Der Neubau der Heinrich-Heine-Schule soll laut Ausschuss-Empfehlung im „optimierten Mischverfahren“ ausgeführt werden. Planung, Bau, Zwischenfinanzierung, Instandhaltung und Energieversorgung sollen durch einen Investor erfolgen. Die Langfristfinanzierung und Bewirtschaftung (Hausmeister, Reinigung, Winterdienst) übernimmt die Stadt. Die Kosten stehen noch nicht fest.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 12:00 Uhr

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