Jevenstedt : Ende einer Odyssee

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Nach einer vierjährigen Sanierung können die Jevenstedter wieder ihre St.-Georg-Kirche nutzen.

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31. März 2014, 09:43 Uhr

Nach einer fast vierjährigen Sanierungs-Odyssee war es gestern soweit: Die Jevenstedter Kirche St. Georg öffnete ihre Türen im Rahmen einer Feier wieder für Besucher – pünktlich zum 850-Jahr-Jubiläum des Gebäudes.

Für das leibliche und seelische Wohl sei gesorgt, bewarb schon Wochen vor der Wiedereröffnung ein Einladungsflyer. Für Pastor Ulrich Ranck war dieser Slogan wörtlich gemeint. Nicht nur, dass Speisen und Getränke für einen Spendenbetrag ausgegeben wurden, mit einem Gottesdienst und einem umfangreichen Musikprogramm ließ man auch den spirituellen Zweck der Kirche wieder aufleben. „Das tut so gut“, freute sich Ranck, der gestern die erste Predigt nach Jahren halten konnte. „Alles, was schon hier war, kann nun endlich weitergeführt werden. Die Sehnsucht im Dorf danach war groß“, erzählte der Pastor weiter, der gleich zu Beginn seiner Dienstzeit in Jevenstedt mit dem Sanierungsbedarf der Kirche konfrontiert wurde. Man habe das Gotteshaus bis auf die Knochen herunter schlagen müssen, doch das Ergebnis sei „so schön“.

Lange sah es für St. Georg jedoch weniger schön aus. Die Glocke musste wegen Einsturzgefahr des Kirchturms ruhen und zeitweise wurde sogar über den Abriss des Gotteshauses diskutiert. Die Gründung eines Fördervereins habe damals als „Initialzündung“ gedient, betonte Amtsvorsteher Hans Hinrich Neve, Vorsitzender des Vereins. Mit jeweils 10 000 Euro von Gemeinde und Amt kam der erste Spendenbetrag zustande, dem noch viele weitere folgen sollten. Fördergelder von Land und Bund, verschiedene Initiativen und Stiftungen sowie zahlreiche Spenden von Privatpersonen brachten eine Gesamtsumme von rund 1,3 Millionen Euro zusammen. Das reichte aus, um Turm, Kirchenschiff und Innenräume komplett zu sanieren. Trotzdem habe das Gebäude seinen „historischen Charakter“ erhalten, fand Hans Hinrich Neve.

Für Bürgermeister Dieter Backhaus waren es „vor allem die Menschen, die sich angesprochen fühlten und durch ihre Hilfe die Kirche wieder mit Leben erfüllt haben.“ Viele private Spenden seien eingegangen. Das habe gezeigt, dass es die Leute interessiere, was hier passiere.

Zu den Spendern zählt auch die Förde-Sparkasse. Wenn man sehe, was wieder aus der Kirche geworden sei, habe sich die Unterstützung gelohnt, so der Regionaldirektor Jörg Zimmermann, der ebenfalls an den Feierlichkeiten zur Wiedereröffnung teilnahm.

In den vergangenen Jahren wurden unter anderem 28 Kubikmeter Eichenbalken, 450 Holznägel, 1150 Zimmerer- und 780 Maurerstunden investiert. Zum 850. Geburtstag St. Georgs sind für das gesamte Jahr zahlreiche Programmpunkte, wie zum Beispiel ein historischer Markt am 22. August und ein Gottesdienst mit Abendessen am Gründonnerstag geplant.

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