Rendsburg : Eltern wollen Privatschule retten

Die Privatschule Mittelholstein: Der Hauptsitz befindet sich auf dem Rendsburger Oktogon-Gelände (frühere Feldwebel-Schmid-Kaserne). Weitere Standorte gibt es in Neudorf-Bornstein und Gnutz.
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Die Privatschule Mittelholstein: Der Hauptsitz befindet sich auf dem Rendsburger Oktogon-Gelände (frühere Feldwebel-Schmid-Kaserne). Weitere Standorte gibt es in Neudorf-Bornstein und Gnutz.

Förderverein prüft Kauf der Bildungseinrichtung, um auch die Mittelstufe zu erhalten. Gespräche mit potenziellen Sponsoren.

shz.de von
23. Juni 2016, 09:35 Uhr

Der vor zwei Monaten gegründete Förderverein der Privatschule Mittelholstein will die insolvente Bildungseinrichtung retten. Vorsitzender Henry Deising teilte gestern mit, dass man gegenüber dem Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber ein ernsthaftes Kaufinteresse bekundet habe. Der Verein hat sich das Ziel gesetzt, die Schule als Ganzes zu erhalten. Das bedeutet: Die Mittelstufe soll im Gegensatz zur Ankündigung des Insolvenzverwalters nicht zum Schuljahresende geschlossen werden. Deising: „Es geht um unsere Kinder, welche den Spaß am Lernen und Entdecken bis in die höheren Klassen behalten sollen. Das ist hier möglich.“

Aktuell werden die Grundschulen der Privatschule in Rendsburg, Neudorf-Bornstein und Gnutz von 127 Kindern besucht. In der in Rendsburg beheimateten Mittelstufe lernen 63 Schüler. Während die Grundschul-Standorte wirtschaftlich überleben können, müsste sich die Zahl der Mittelstufenschüler in der Bandbreite zwischen 80 und 100 bewegen, um eine Perspektive zu haben. Der Förderverein verfolgt jetzt zwei Ansätze: Zum einen hofft er darauf, dass von der Insolvenz abgeschreckte Eltern angesichts der neuen Entwicklung nun doch ihre Kinder für die Privat-Mittelstufe anmelden, zum anderen soll Geld aufgetrieben werden, um ein Kaufangebot vorlegen zu können. Aus eigener Kraft kann der von 25 Mitgliedern getragene Verein das finanzielle Problem nicht lösen. Gesucht werden Geldgeber. „Wir sind in Gesprächen mit möglichen Sponsoren“, so Henry Deising. Namen wollte er nicht nennen, ebenso machte er keine Angaben zu der Summe, die man für den Schulkauf benötigt: „Ich habe hier eine Verschwiegenheitspflicht.“ Es drängt jedoch die Zeit. Laut Deising hat der Insolvenzverwalter dem Förderverein eine Frist bis zum 30. Juni gesetzt, um sich zu positionieren.

Kann sich Insolvenzverwalter Schmid-Sperber eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein vorstellen? Sein Sprecher Andreas Jung zeigt sich aufgeschlossen: „Bisher wurde die Schule nicht verkauft. So lange nichts unterschrieben ist, führen wir Gespräche.“ Unterdessen laufen die vor Wochen begonnenen Verhandlungen mit einem anderen Investor weiter, der sich eine Übernahme des Grundschulbereichs der Privatschule vorstellen kann.

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