Eltern haben Angst um ihre Kinder

Angela Kabke
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Angela Kabke

Kritik an neuem Teich im Büdelsdorfer Wohngebiet / Anwohner fordern Stadt zum Handeln auf: Gewässer zuschütten oder umzäunen

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22. Mai 2015, 12:24 Uhr

Kleine Kinder und ein großer Teich – das kann tödlich enden. Eltern in den Wohngebieten Hufnerweg und Kätnerweg sind in Sorge, seit in unmittelbarer Nähe ihrer Häuser auf einer städtischen Grünfläche ein 120 Quadratmeter großer Teich ausgehoben wurde. Sie haben Angst um die Sicherheit ihrer Kinder, denn der Teich ist nicht umzäunt.

Der neue Teich ist ein Ausgleich für Wasserflächen auf dem Baugelände des geplanten Schulneubaus am Standort der jetzigen Emil-Nolde-Schule. Vor zwei Wochen rückten Arbeiter an und hoben mit einem großen Bagger den Teich aus. Mit dem Bodenaushub wurde auf der Wiese, die zuvor ein Spiel- und Bolzplatz war, eine kleine Hügellandschaft modelliert. „Schon während der Bauarbeiten war das Gelände in keiner Weise abgesichert, obwohl der große Bagger dort im Einsatz war“, kritisierte eine Mutter das Vorgehen der Arbeiter.
Für die vielen Kinder aus den Wohngebieten ist der Teich auf ihrem früheren Spielplatz ein Anziehungspunkt. „Einige haben schon darin gebadet, und für andere besteht ein besonderer Reiz darin, mit ihren Fahrrädern möglichst nahe an die Wasserkante zu fahren“, berichtete eine Anwohnerin. „Fünf Kinder habe ich schon aus dem Wasser geholt.“

Tatjana Parchaev fordert klipp und klar: „Der Teich soll wieder zugeschüttet werden. Die Kinder brauchen einen Platz, um zu spielen und sich zu bewegen.“ Jetzt könne man seine Kinder nicht mehr ohne Aufsicht nach draußen lassen. „Wasser zieht an.“ Angela Kabke stellte fest: „Kinder brauchen einen Platz zum Spielen, wie er vorher da war. Eine Spielstraße und ein offenes Gewässer passen aber nicht zusammen.“ Zwischen den beiden Wohngebieten einen Teich anzulegen, sei unüberlegt gewesen, sagte Birte Beese. „Die Sicherheit der Kinder wird dabei nicht bedacht. Die Stadt ist jetzt in der Pflicht.“ Damit tut sich die Stadt Büdelsdorf aber schwer. Es gebe keine klare Vorschrift, ob ein solcher Teich mit einem hohen Zaun abgesichert werden müsse, erklärte Dietrich Sieg, der für die öffentlichen Grünflächen zuständig ist. Der „Kommunale Schadensausgleich“, bei dem die Stadt versichert ist, habe als Anhaltspunkt nur den Aufsatz eines Juristen zur Verfügung gestellt, der sich allerdings mit der Absicherung von Feuerlöschteichen und Regenrückhaltebecken befasst. Daraus gehe hervor, dass ein Teich mit einem so flachen Böschungswinkel wie der am Hufnerweg nicht gesichert werden müsse. Sieg bestätigte, dass bereits mehrere Eltern kritisiert hätten, dass ihre Kinder durch den Teich gefährdet seien.

Jetzt bleibt erst einmal alles so, wie es ist. Erst am 23. Juni soll der zuständige Ausschuss für Umwelt, Ortentwicklung und Verkehr eine Entscheidung treffen. Bis dahin heißt es für die Eltern, ihre Kleinen möglichst nicht aus den Augen zu lassen.

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