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Landeszeitung

17. Oktober 2017 | 03:14 Uhr

Nortorf : Elf Menschen nach Feuer obdachlos

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Zwei Familien wurden gestern nach einem Brand in der Marienburger Straße obdachlos. Verursacht wurde das Feuer möglicherweise durch das Zündeln eines Dreijährigen.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 06:00 Uhr

Großeinsatz für die Feuerwehr in Nortorf: Bei einem Brand in einer Reihenhaus-Zeile in der Marienburger Straße mussten gestern morgen 48 Bewohner ihre Wohnungen vorsorglich räumen. Während die meisten von ihnen schnell wieder zurück konnten, verloren zwei Familien ihr Dach über dem Kopf komplett. Zudem ist ein Feuerwehrmann bei den Löscharbeiten leicht verletzt worden.

Die Feuerwehr wurde um kurz nach 8 Uhr alarmiert. „Ich war zusammen mit dem Rettungsdienst als erster vor Ort. Zu dem Zeitpunkt brannten zwei Wintergärten schon in voller Ausdehnung“, berichtete Nortorfs Wehrführer Thomas Schröder gestern. Zudem sei das Feuer bereits auf die Wärmedämmung an den Fassaden übergesprungen. Daraufhin seien die Häuser mit den Nummern elf bis 31 evakuiert und die Bewohner in der Gemeinschaftsschule untergebracht worden. Rund 50 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren Nortorf, Ellerdorf und Gnutz konnten das Feuer, das offenbar in einem Wintergarten auf der Rückseite ausgebrochen war, in den Reihenhäusern mit den Nummern 17 und 19 nicht mehr aufhalten. „Wir haben das Übergreifen auf die Nebenhäuser mit einem massiven Löscheinsatz verhindert“, sagte Einsatzleiter Thomas Schröder. Den Dachstuhl haben die Wehrleute um „zwei Sekunden vor zwölf“ retten können, fügte er hinzu. Die Gefahr, dass sich das Feuer auf weitere Teile des langen Gebäudes ausgedehnt hätte, war groß. In dem Altbau gebe es keine Brandschutzwände. Zudem finde Feuer immer wieder neue Nahrung, wenn der zunächst schwer entflammbare Kunststoff von Wärmeverbundsystemen erst einmal brenne, so Schröder. „Selbst die Regenrinnen sind in der Hitze geschmolzen“, sagte er. Ein Kamerad der Nortorfer Feuerwehr erlitt laut Schröder beim Löscheinsatz im Gebäude Prellungen und wurde im Rendsburger Krankenhaus behandelt. Er war bei einer „Durchzündung“, wenn Brandgase explosionsartig verbrennen, offenbar gestürzt. Um 14 Uhr rückten die Wehrleute von der Einsatzstelle ab.

Die beiden betroffenen Reihenmittelhäuser sind nicht mehr bewohnbar. Die zwei Familien, die dort mit sechs und fünf Mitgliedern gewohnt hatten, brachte das Ordnungsamt in Ferienhäusern in Nortorf und in der Umgebung unter. Die Kriminalpolizei ermittelt derzeit, wie es zum Ausbruch des Feuers gekommen ist. Dazu wurde die Brandstelle beschlagnahmt. Möglicherweise habe ein dreijähriges Kind mit Feuer gespielt, teilte die Polizei mit. Auch die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Nach Schätzung von Thomas Schröder liege sie jedoch „mit Sicherheit im sechsstelligen Bereich“.

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