Hamdorf : Elf Boote mit roher Gewalt aufgebrochen

Die Idylle an der Untereider trügt zurzeit: Unbekannte brachen elf der 19 Boote der Wassersportvereinigung Hamdorf auf.
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Die Idylle an der Untereider trügt zurzeit: Unbekannte brachen elf der 19 Boote der Wassersportvereinigung Hamdorf auf.

Zum zweiten Mal in kurzer Zeit richteten Unbekannte an der Untereider großen Schaden an: Mitte Mai trieben vermutlich die gleichen Täter nahe Breiholz ihr Unwesen.

shz.de von
07. Juni 2014, 06:00 Uhr

Die Idylle an der Untereider trügt zurzeit: Unbekannte haben in der Nacht zu gestern elf Boote der Wassersportvereinigung Hamdorf mit brachialer Gewalt aufgebrochen. Kurios: Die Täter ließen teure elektronische Ausrüstungsgeräte liegen, stattdessen stahlen sie hauptsächlich Schnaps, Wein und Bier. Deshalb geht die Polizei davon aus, dass Jugendliche am Werk waren. Die Beamten vermuten, dass dieselben Täter bereits Mitte Mai beim Angelverein Breiholz zuschlugen. Dort bot sich seinerzeit ebenfalls ein „Bild der Verwüstung“, wie Jens Oltmann von der Wasserschutzpolizei sagte.

„Die waren auf jedem Schiff und haben die Kühlschränke ausgeräumt“, beschrieb der stellvertretende Vorsitzende der Wassersportvereinigung Hamdorf, Peter Krause, die Situation. 19 Schiffe lagen an den Stegen in Wittenbergen, die elf größten brachen die Täter auf. Fünf Flachbildfernseher und drei teure Ferngläser nahmen sie ebenfalls mit. „Der Sachschaden durch das Aufbrechen steht jedoch in keinem Verhältnis zum Wert des Diebesguts“, sagte Jens Oltmann. In einem der Motorschiffe zertrümmerten sie das Schott aus Teakholz. „Das muss in Maßarbeit auf der Werft wieder hergestellt werden“, sagte Peter Krause. Ähnlich gingen die Täter auf der 36-Fuß-Motoryacht „Lagune“ von Hans-Herrmann Ehlers (76) vor: Sie schlugen die Glasscheibe im Eingangsschott zur Kabine ein und krochen offenbar hindurch. Der Weg zurück war jedoch auf diese Weise nicht möglich – deshalb zerstörten sie kurzerhand eine Seitenscheibe des Schiffes. Gestohlen wurden jedoch nur ein Feuerlöscher und Getränke. Das Navigationsgerät ließen sie liegen. So waren die Täter auch bei den Booten am Steg in Bastenberg des Angelvereins Breiholz vorgegangen, laut Polizei vermutlich am 18. oder 19. Mai. Bastenberg liegt nur einige hundert Meter von Wittenbergen entfernt. „Das müssen Ortskundige gewesen sein, von allein findet dort keiner hin“, sagte Jens Oltmann von der Wasserschutzpolizei. Zur Schadenshöhe wollte er gestern noch keine Angaben machen. Peter Krause geht davon aus, dass der Schaden zwischen 10 000 und 20 000 Euro beträgt. Allein die Ferngläser kosten ihm zufolge zwischen 600 und 1000 Euro. Die Fernseher seien Zwölf-Volt-Spezialanfertigungen für Schiffe. „So etwas ist seit unserer Gründung 1978 nicht passiert“, so Krause. Der Verein könne den Steg nicht Tag und Nacht bewachen.

„Wir haben zuhauf Spuren sicherstellen können“, sagte Jens Oltmann. Die Täter haben ihm zufolge Fußspuren und Fingerabdrücke hinterlassen. Die Polizisten haben sogar DNA-Proben genommen. „Wenn wir Glück haben, sind die Spurenleger bereits polizeilich verzeichnet.“

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