Elektrisches Dorf-Auto für jedermann

Ein Dorf teilt sich ein Auto: Martin Sick, stellvertretender Bürgermeister, mit dem E-Fahrzeug, das ab sofort in Hamdorf von den Bewohnern genutzt werden kann.
Ein Dorf teilt sich ein Auto: Martin Sick, stellvertretender Bürgermeister, mit dem E-Fahrzeug, das ab sofort in Hamdorf von den Bewohnern genutzt werden kann.

Hamdorf auf dem Weg zur mobilen Gemeinde

shz.de von
24. Mai 2018, 11:20 Uhr

„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“ Dieses Zitat des amerikanischen Informatikers Alan Kay wird in der Gemeinde Hamdorf beherzigt. Unter der Schirmherrschaft von Martin Sick, dem stellvertretenden Bürgermeister und Leiter für den Ausschuss Mobilität, entsteht ein neues zukunftsorientiertes Mobilitätskonzept.

Zu dem Konzept gehören eine hohe Busfrequenz in der Verbindung von Rendsburg nach Heide (über Hamdorf) und eine moderne Bus- und Radstation, an der auf einem Display die genaue Ankunftszeit des Busses zu sehen ist. Auf Mitfahrbänken können die Bürger zum Beispiel in den nächsten Ort mitgenommen werden, und ein elektrisches Dorf-Auto kann probeweise bis August von jedermann genutzt werden.

Seit Dezember 2017 gibt es bereits die stündlich getaktete Busverbindung von Rendsburg nach Heide und zurück, die ab morgens um 6 Uhr bis in die späten Abendstunden fährt. Vom Rendsburger Grünen Kranz bis zur Hauptstraße in Hamdorf kommt man innerhalb von 16 Minuten. Eine echte Alternative zum Auto. Wird dennoch ein Auto benötigt, gibt es seit Anfang Mai ein elektrisches Dorf-Auto, das nach vorheriger Abgabe einiger Daten an den Zuständigen von jedermann genutzt werden kann. Zukünftig wird über eine App einsehbar sein, ob dieses Auto zu der gewünschten Zeit verfügbar ist. Die Kosten dafür betragen 3,50 Euro pro genutzter Stunde.

Das Auto steht auf einem Parkplatz an der Tankstelle und kann zukünftig an der geplanten E-Ladestation auf dem Netto-Parkplatz aufgeladen werden. Hier soll bereits vor den Sommerferien eine Packstation entstehen.

Im Herbst 2018 ist die Fertigstellung der neuen Bus- und Radstation inklusive der Mitfahrbänke geplant, mit einem zeitgemäßen barrierefreien Bushaltehäuschen und einer Radabstellanlage, die mit einer Festlichkeit eingeweiht werden wird.

Das 115  000 Euro teure Leuchtturmprojekt wird vom Wirtschaftsministerium gefördert und wird nach Angabe von Martin Sick ein „Beispielprojekt sein für viele Dörfer in der Region.“


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