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Hochbrücke : „Eiserne Lady“ schick in Farbe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Hochbrücke wird 100 Jahre alt. Als Geschenk erhält sie ein farbiges Lichtkleid. Künstler und Techniker testeten jetzt die Installation.

Immer wieder geht der Blick von Till Nowak in die Höhe, er deutet nach oben. Peter Zahns Augen folgen dem ausgestrecktem Arm. Oben in den Strahlstreben der Brückenkonstruktion leuchtet es rot. Aber noch nicht ganz so, wie die Zwei es sich vorstellen. Also klettert ein Mitarbeiter auf die Leiter am Lichtmast, um die LED-Leuchten zu justieren. „Die Zusammenarbeit läuft sehr professionell und sehr gut“, freut sich Nowak. Der Zeitplan ist eng und am 13. September soll alles funktionieren. Aber alle Beteiligten sind optimistisch – und präsentierten am Donnerstagabend die ersten Eindrücke der Licht-„Passage“.

Am unermüdlichsten hat Peter Zahn für die Beleuchtung der Brücke gekämpft und ist entsprechend froh. Der Rendsburger Spezialist für Gebäudebeleuchtung hatte schon vor neun Jahren ein Konzept vorgelegt. „Damals noch mit Halogen-Strahlern“, erinnert sich Frank Thomsen. Der Vorstandsvorsitzende der Entwicklungsagentur kann den langen und langwierigen Planungen jetzt sogar etwas Positives abgewinnen: Heute wird mit anderen technischen Standards gearbeitet. LED-Leuchten verbrauchen weniger Strom als herkömmliche Leuchtmittel.

Zahn ist der Techniker, Nowak der Künstler. Als er vor drei Jahren den Neumünsteraner Wasserturm ins rechte Licht setzte, sah Marco Neumann die Installation. Der Manager der AktivRegion Eider- und Kanalregion sprach Till Nowak an. Der gebürtige Mainzer, der seit fünf Jahren in Hamburg lebt, sah dann zum ersten Mal die „Eiserne Lady“, war begeistert, sah den Auftrag als „große Ehre“ und betont: „Ich war mit der Idee der Impulsgeber und viele andere haben die Arbeit.“

Zwei Besonderheiten weist sein Konzept auf: Es bezieht die Menschen mit ein, denn sie können auf jeder Kanalseite an einem großen Rad die Lichtfarbe einstellen. Und: Diese Farbe wird dann von der Schwebefähre von einem Ufer ans andere „transportiert“. Im Plan stand dann schlicht „W-Lan“ mit einem Pfeil zur Schwebefähre, erzählt Peter Zahn. Die Umsetzung der Kommunikation zwischen Bedienelement und den Lampen auf der Fähre per Kabel wäre eine Mammutaufgabe gewesen. Also drahtlos. Aber welche Art von W-Lan? Der Experte weiß, dass ein Netz vom Schiffsradar lahmgelegt werden würde, ein anderes könnte beeinträchtigt sein, wenn alle vier Autofahrer auf der Fähre gleichzeitig ihr Bluetooth einschalten. „Das wird noch kniffelig“, sind sich Peter Zahn und Till Nowak einig – und doch guter Dinge.

Zwar sind die Steuerräder noch nicht aufgebaut, aber die Flächen dafür schon vorbereitet. Wo vorher nur wilde Wiese war, entsteht der Steuerstand inklusive Bank. Die Fundamente für die Lichtmasten mit jeweils drei Leuchten sind schon gegossen und ausgehärtet – es sind zwei Masten auf jeder Brückenseite und das an jedem Ufer, macht acht Masten und 32 Leuchten. Dazu kommen noch die beiden Strahler, die auf der Schwebefähre montiert werden und die Brücke während der Fahrt anleuchten.

Die praktische Umsetzung war eine Herausforderung: Fünf verschiedene Grundstückseigentümer sind betroffen und mussten gefragt werden. Außerdem galt es, zahlreiche Bedenken zu zerstreuen. Die Schiffslotsen fürchteten, geblendet zu werden. Gleiches galt für die Lokführer und für die Piloten von Flugzeugen. Die Licht-Idee rief auch die Vogelschützer auf den Plan, die Vogelschlag prophezeiten. „All dies erklärt, warum der zweite Teil der Umsetzung so lange gedauert hat“, erklärt Frank Thomsen. Doch nach den ersten Beleuchtungsproben gaben alle Bedenkenträger Entwarnung. Thomsen freut es. Schließlich habe die Hochbrücke „für die Region eine besondere Symbolik“. Und während sich die „Eiserne Lady“ in Pink kleidet und alle bewundernd nach oben schauen, setzt er hinzu: „Bald wird die Beleuchtung selbstverständlich sein, so, als hätte es sie immer schon gegeben“.

Passage am Kanal

Die Kosten für das Projekt „Passage“ sind für zehn Jahre gesichert. Sie betragen insgesamt 230000 Euro. Sie teilen sich auf:

100000 Euro Entwicklungsagentur

   90000 Euro AktivRegion Eider-u. Kanal

  40000 Euro Sponsoren

Projektträger ist die Entwicklungsagentur für den Lebens-und Wirtschaftsraum Rendsburg. Sie  wurde im Juli 2012 gegründet. Ihre Mitglieder sind elf Gemeinden und zwei Städte.

Zu den Sponsoren gehören Ahlmann Zerssen, Stadtwerke Rendsburg, Rendsburg Port, Bauernblatt, Stiftung Spar- und Leihkasse, IHK Kiel, die Stadt Rendsburg, Getreide AG, Projekt Zet und die Bürgerstiftung Region Rendsburg.

Informationen unter

www.passage-rendsburg.de

Einweihung am Freitag, 13. September, beim Brückengeburtstag

 

 

 

 

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erstellt am 30.Aug.2013 | 19:00 Uhr

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