Meezen : Einstimmiges Votum für Dietrich Ebeling als neuen Bürgermeister

Neuer Bürgermeister: Dietrich Ebeling mit dem Wappen seiner Heimatgemeinde Meezen.
Neuer Bürgermeister: Dietrich Ebeling mit dem Wappen seiner Heimatgemeinde Meezen.

Nach „Schlammschlacht“ mit Thorsten Reimers gibt es neue Harmonie im Gemeinderat.

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12. Juni 2019, 17:41 Uhr

Dietrich Ebeling ist wie erwartet zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Meezen gewählt worden. Als sein Vorgänger Thorsten Reimers vor zwei Monaten von all seinen kommunalen Ämtern zurücktrat, hatte Ebeling bereits angekündigt, als Vertreter der AMW-Mehrheitsfraktion für den vakanten Posten des Bürgermeisters kandidieren zu wollen.

Bürgermeister Reimers nach nur zehn Monaten zurückgetreten

Bevor Dietrich Ebeling bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Gemeindehaus zum neuen Bürgermeister gewählt werden konnte, musste er erstmal als Gemeindevertreter verpflichtet werden. Der Waldhüttener hatte seine kommunalpolitische Karriere nämlich eigentlich im vergangenen Sommer schon beendet – nach 20 Jahren im Gemeinderat, von denen er die letzten fünf als 2. stellvertretender Bürgermeister fungiert hatte.

Bemerkenswertes Votum

Ebeling rückte nun für Thorsten Reimers nach, der sein AMW-Mandat am 22. April niedergelegt hat. Unmittelbar nach seiner Verpflichtung zum Gemeindevertreter wurde Ebeling als einziger Kandidat einstimmig zum neuen Bürgermeister gewählt und vom kommissarischen Gemeindeoberhaupt Enrico Stolz vereidigt. Das einstimmige Votum war insofern bemerkenswert, als in den vergangenen sechs Jahren so ziemlich alle Abstimmungen im Gemeinderat gemäß der Sitzverteilung von AMW und AWG mit einer 5:4-Mehrheit vonstatten gingen.

Auch Bürgermeister Thorsten Reimers war vor einem Jahr mit 5:4 Stimmen zum Bürgermeister gekürt worden. Wenn es nach Dietrich Ebeling geht, ist die Zeit der Kampfabstimmungen in der Meezener Gemeindevertretung nun erstmal vorbei.

Gemeindearbeit soll auch Spaß machen, wir wollen hier gemeinsam Projekte zum Wohle des Dorfes entwickeln – und dabei hat Parteitaktik nichts verloren. Dietrich Ebeling, Bürgermeister
 

In den vergangenen zehn Monaten habe er den Gemeinderatssitzungen lediglich als Zaungast beigewohnt und sei dabei „über den Umgang miteinander erschrocken“ gewesen, bemerkte Ebeling und versprach: „Unter meiner Leitung wird es einen neuen Führungsstil geben! Das Wichtigste ist gegenseitiger Respekt und dass man sich auf Augenhöhe begegnet!“ Auf diese Weise müsse man versuchen, „verlorengegangenes Vertrauen“ wiederzugewinnen.

Amtszeit des Vorgängers endete in Schlammschlacht

Die Amtszeit seines Vorgängers hatte mit einer ziemlichen Schlammschlacht geendet. Thorsten Reimers hatte Vertreter der AWG bezichtigt, ihn „systematisch hintergangen“ zu haben (siehe Landeszeitung vom 25. April), worauf die AWG mit einem LZ-Leserbrief geantwortet hatte, in dem all die Defizite des „frustrierten Dorfchefs“ aufgezählt wurden. „Vielleicht klappt die Zusammenarbeit im Gemeinderat in Zukunft ja so gut, dass wir irgendwann wieder nur noch eine Wählergemeinschaft haben“, meinte Ebeling.

Alle Entscheidungen des Tages einstimmig

Die erste Sitzung unter der Leitung des neuen Bürgermeisters war abstimmungsmäßig schon sehr nah dran an dieser Vision, denn alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst: die Wahl Ebelings zum Vorsitzenden des Bau-, Wege- und Umweltausschusses, die Genehmigung der Jahresrechnung, das Okay für die geplante Solaranlage der Wasserleitungsgenossenschaft und die Billigung der neuen Gebührensatzung für die Reinigung von Kleinkläranlagen.

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