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Landeszeitung

22. Oktober 2017 | 02:54 Uhr

Eingekeilt zwischen den Giganten

vom

Ein ganz normaler Morgen am Kanal: Vom Rendsburger Kreuz durch den Tunnel ins Stadtgebiet in 40 Minuten

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Rendsburg | Die Rader Brücke ist umzingelt. Die Ausfahrten aus allen Himmelsrichtungen werden von Polizeibeamten bewacht, als ginge es darum, den amerikanischen Präsidenten zu schützen. Der Auftrag der Beamten: Fahrzeuge aller Art von der Brücke über dem Kanal fernhalten. Das Bauwerk ist so marode, dass zurzeit jeder schwere Lkw eine Gefahr darstellt. Die logische Ausweichstrecke führt durch den Rendsburger Kanaltunnel - und die wird auch ausgiebig genutzt, wie ein Versuch gestern Morgen zeigte.

Die Fahrt über die Rader Brücke selbst ist trotz Einspurigkeit kein Problem - beinahe angenehm so ohne Lkw-Begleitung. Das Bild ändert sich allerdings schlagartig nach der Abfahrt auf die A210, Die Blechkarawane, die sich hier in Richtung Rendsburg wälzt kommt schon um 7.17 Uhr nur langsam voran. Auf den ersten Blick wird deutlich: Dies ist eine Strecke, die vom Schwerlastverkehr beherrscht wird. Also einfädeln zwischen einem roten Tieflader aus Winsen an der Luhe und einem Container-Transporter aus Dänemark. So lange wir zweispurig unterwegs sind, geht es noch voran. Nach fünf Minuten und anderthalb Kilometern aber beginnt die Bundesstraße 202. Die ist einspurig und bringt den Verkehr völlig zum Erliegen. Der Däne steigt aus seinen Laster, um nachzuschauen, woran es hakt. Außer einer schier endlosen Kolonne von Kollegen aber gibt es nichts zu sehen. Nach fünf Minuten Zwangspause geht es weiter, ein steter Wechsel zwischen Schritttempo und Stop-and-go - eingekeilt zwischen zwei Giganten der Landstraße.

Zeit, die Gegend zu betrachten; Die Hochbrücke, die gesperrte Abfahrt nach Osterrönfeld, die einige ganz ungedulige Zeitgenossen nutzen, um trotz der Baken rechts zu überholen. Schnelle Bewegungen fallen hier besonders auf. Wie die rasanten Trecker, die Erde von der Bögl-Baustelle am neuen Hafen abtransportieren und in gefühltem Zehn-Sekunden-Takt an der Schlange vorbeiflitzen. Nur gut, dass die sich nicht auch noch einordnen müssen.

Die Abfahrt zum Kanaltunnel kommt in Sicht. Das Schild am Straßenrand, das eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h vorschreibt, wirkt wie Hohn. Das Einfädeln in den Stau aus Richtung Jevenstedt funktioniert. Es ist inzwischen 7.55 Uhr - die nächste Baustelle ist erreicht. Der Tunnel. Hier deutet nichts darauf hin, dass die Baustelle in der

Oströhre geräumt wird und vielleicht

demnächst beide Röhren frei befahrbar gemacht werden.

Die Überraschung: Im Tunnel selbst gibt es keine Probleme. Es geht ausgesprochen zügig voran und als der Wagen in die Berliner Straße abbiegt ist es 7.57 Uhr. 40 Minuten für knapp sechs Kilometer. Das schafft auch ein guter Jogging-Anfänger im Training. Brücke, Lkw Und Kanaltunnel bremsen Rendsburg aus. Wie es erst nach Ende der Ferien aussieht, lässt sich erahnen.

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