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Späte Anstosszeiten : „Eine WM ist kein Ausnahmezustand“

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Durch die Zeitverschiebung werden die Partien bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien hier zum Teil erst spätabends oder nachts zu sehen sein. Gewerkschaften fordern flexible Arbeitszeiten, die Arbeitgeber reagieren entspannt.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Wenn der Fußball bei der Weltmeisterschaft rollt, dann sind viele Blicke auf Leinwände oder Bildschirme gerichtet – vor allem bei den Spielen mit deutscher Beteiligung. Vom 12. Juni an findet die WM in diesem Jahr in Brasilien statt. Viele Partien werden wegen der Zeitverschiebung hier erst recht spät zu sehen sein, die Anstoßzeiten variieren zwischen 18 und 3 Uhr deutscher Zeit. Einige Gewerkschaftsvertreter veranlasste dies dazu, sich für spätere Frühschichten und flexiblere Arbeitszeiten auszusprechen. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde geht man weitgehend gelassen mit der Diskussion um.

Im Kreishaus werden hitzige Debatten ziemlich sicher ausbleiben. Nina Fiedler leitet den Fachbereich Zentrale Dienste, der auch das Personal beinhaltet: „Für uns ist das eigentlich kein Thema, denn bei der Kreisverwaltung haben wir Gleitzeit. Folglich kann jeder Mitarbeiter im Rahmen der dienstlichen Erfordernisse und Geschäftszeiten selbst entscheiden.“ In einigen Behörden müsse der Betrieb zu den geltenden Öffnungszeiten allerdings gewährleistet sein. „Dort können sich die Kolleginnen und Kollegen aber intern über solche Dinge absprechen“, erklärt Fiedler.

Ganz unaufgeregt und mit einer Portion Ironie nimmt Mittelholsteins Amtsdirektor Stefan Landt den Ball auf und flachst: „Das muss bei uns kein Thema sein, wenn der Chef am morgen selbst nicht da ist, weil er Fußball geguckt hat.“ Ohnehin gewähre das Amt jedem Mitarbeiter völlige Flexibilität, „zumindest solange in jedem Bereich der Betrieb gesichert ist“, wie Landt betont. Zu Beschwerden von Bürgern dürfe es jedoch auch während der WM nicht kommen. „Es darf nicht sein, dass beispielsweise jemand sein Auto nicht zulassen konnte, weil niemand zu erreichen war.“ Die Fußball-WM sei im Grunde nicht viel anders als ein Tag mit strahlendem Sonnenschein, so Landt: „Auch da sprechen sich die Kolleginnen und Kollegen untereinander ab, wer eventuell mal früher gehen kann.“

Ähnlich entspannt blickt auch Judith Hempe vom Unternehmensverband Nord auf die Angelegenheit. „Ich denke, dass es keiner gesetzlichen Regelungen bedarf.“ Zwar habe niemand Anspruch darauf, auf Grund der Fußball-WM frei zu bekommen oder Schichten zu verlegen. „Aber es dürfte wie zum Beispiel bei Familienfeiern oder ähnlichen persönlichen Wünschen möglich sein, vor Ort auf freiwilliger Basis Kompromisse zu finden – vor allem, weil sich nicht jeder für Fußball interessiert.“ Das Thema solle generell nicht zu hoch gehängt werden, sagt Hempe. Eine Fußball-WM sorge noch lange nicht für einen Ausnahmezustand.

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