Leichtathletik : Eine vielseitige Ausbildung ist gewährleistet

Milena Thießen machte zuletzt in der Frauenklasse große Sprünge. Sie wurde 2013 Landesmeisterin im Dreisprung.
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Milena Thießen machte zuletzt in der Frauenklasse große Sprünge. Sie wurde 2013 Landesmeisterin im Dreisprung.

Die LG Rendsburg/Büdelsdorf verfügt über zehn Trainer. Auf Grund der Ausbildung der Trainer Johannes Rabe und Ivan Pivovarov ist eine vielseitige Ausbildung in allen leichtathletischen Disziplinen gewährleistet.

shz.de von
30. Juli 2015, 06:00 Uhr

Leichtathletik ist eine der olympischen Kernsportarten. Im Altkreis Rendsburg war es lange Zeit das sportliche Aushängeschild. Von den 50er- an bis weit in die 90er-Jahre war der Rendsburger TSV im nördlichsten Bundesland eine leichtathletische Großmacht. Mit dem fünfmaligen Deutschen Speerwurfmeister und viermaligen Halter des Deutschen Rekordes Heiner Will darf Rendsburg sogar stolz auf einen Olympia-Teilnehmer (1956 im australischen Melbourne) verweisen. Ruhmreiche Zeiten, die der Vergangenheit angehören. Die letzte Erfolgsgeschichte der Rendsburger Leichtathletik schrieb Hochspringerin Kimberly Jeß von der LG Rendsburg/Büdelsdorf, die 2008 als 16-Jährige den Weltmeistertitel der U20-Jährigen gewann.

In einer neuen Serie stellt die Landeszeitung die Leichtathletik-Vereine aus Rendsburg und Umgebung vor. Den Auftakt macht die Leichathletik-Gemeinschaft Rendsburg/Büdelsdorf.

Die LG ist ein Zusammenschluss der Leichtathletik-Abteilungen des Rendsburger und Büdelsdorfer TSV. Die jeweiligen Abteilungsleiter Bernhard Philipp und Marga Zentner waren die Triebfedern für diese „Ehe“, die im November 2005 geschlossen wurde. Bis zum Alter von elf Jahren trainiert der Nachwuchs in den Stammvereinen RTSV oder BTSV, ehe es anschließend in die LG geht. Zentner, die heute den Verein führt, nennt einen profanen Grund für den Zusammenschluss: „Die Mitgliederzahlen waren in beiden Vereinen rückläufig. Das schlug schließlich auch auf die Leistungen durch.“

Nach einem zwischenzeitlichen Leistungsanstieg ging es in der jüngsten Vergangenheit leider wieder bergab. Alljährlich veröffentlicht der Schleswig-Holsteinische Leichtathletik-Verband (SHLV) sein Ranking über die Topvereine des Landes. Berücksichtigung finden dabei die Plätze 1 bis 6 bei Landesmeisterschaften. 2006 landete die LG in der Vereinswertung auf Rang 14, in den Jahren 2009 und 2010 führte der SHLV die Athleten aus Rendsburg und Büdelsdorf jeweils auf Platz 4. In der aktuellen Liste ist die LG auf Rang 27 abgerutscht. „Es wird zwar trainiert, doch es fehlt die Bereitschaft, sich im Wettkampf zu messen. Den Kindern fehlt es bisweilen auch an Motivation. Schule und andere Interessen haben gegenüber den Wettkämpfen Vorrang“, beklagt Zentner. Immerhin: Einen Anstieg verzeichnet der Verein bei den Mitgliederzahlen. Der aktuelle Stand von 64 ist um elf höher als zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses.

Insgesamt verfügt die LG über zehn Trainer. Johannes Rabe hat eine Ausbildung zum Diplom-Sportlehrer an der Sporthochschule Omsk (Russland) absolviert. Das entspricht einem Abschluss an der Sporthochschule Köln. Ivan Pivovarov hat einen Abschluss als Diplom-Sportlehrer an der PH Pawlodar (Kasachstan). Beim Rendsburger TSV sind mit Jule Behrens und Joanna Kölling Trainerinnen tätig, die selbst in der Altersklasse U18 starten. „Damit hat sich die Trainerlage gegenüber den Zeiten vor dem Zusammenschluss entspannt. Das war auch mit ein Ziel der Fusion“, erklärt Zentner. Behrens und Kölling sind derzeit die beiden einzigen Athletinnen, die bei landesweiten Wettkämpfen auf sich aufmerksam machen. „In den Jahrgängen 2001 bis 2003 gibt es durchaus einige Talente. Aber wir müssen mal abwarten, ob sie konsequent bei der Leichtathletik bleiben“, ist Rabe mit Prognosen vorsichtig.

In der Ausbildung der Nachwuchskräfte ist die LG breit aufgestellt. Auf Grund der Ausbildung der Trainer Rabe und Pivovarov ist eine vielseitige Ausbildung in allen leichtathletischen Disziplinen gewährleistet. Talenten steht jederzeit der Weg für mehr Trainingseinheiten und Förderung offen. Ansonsten lautet die Devise: „Aus der Breite in die Spitze“.

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