Transportflugzeug wird Ausstellungsstück : Eine Transall im Vorgarten: Hohn hat eine neue Sehenswürdigkeit

Nach 40 Dienstjahren ist die Transall „Hohn“ nun Ausstellungsstück der Gemeinde.
Nach 40 Dienstjahren ist die Transall „Hohn“ nun Ausstellungsstück der Gemeinde.

Eine besondere Verbundenheit zum Fliegerhorst: Die Transall C-160 „Hohn“ ist in die Patengemeinde Hohn gebracht worden.

shz.de von
13. September 2018, 06:06 Uhr

Hohn | Um 12 Uhr am Dienstag war es geschafft. Nach eineinhalb Stunden hatte die Transall C-160 mit der Kennung 51+06 unter den Augen der interessierten Anwohner ihren neuen Bestimmungsort erreicht. Nachdem das Flugzeug noch bis zum Frühjahr auf dem benachbarten Fliegerhorst Hohn stationiert war, steht es nun hinter dem Alten Bahnhof, in dem sich das Museum der Gemeinde befindet. Die besondere Verbundenheit zwischen dem Ort und dem Fliegerhorst drückt sich auch im Taufnamen der Maschine aus: Sie heißt „Hohn“.

Mit Hilfe eines Traktors wurde die Transall zum Bestimmungsort auf einer Wiese gezogen. „Sowas hat nicht jeder im Garten stehen“, sagt Heinz Greinert, Besitzer der Fläche, etwas scherzhaft. Er habe sich mit der Gemeinde geeinigt, „schließlich könne das Flugzeug ja nicht mitten im Ort stehen.“ Die Abstimmung des Standortes sei schon vor eineinhalb Jahren klar gewesen, die Information, dass es los geht, sei aber erst recht kurzfristig vor zwei Wochen gekommen. Bevor der Verkauf über die Bühne gehen konnte, mussten einige bürokratische Hürden genommen werden, schließlich verkauft die Bundeswehr ihr Material nicht einfach so.

Bis zum Frühjahr war die „Hohn“ noch auf dem benachbarten Fliegerhorst stationiert.
Petersen
Bis zum Frühjahr war die „Hohn“ noch auf dem benachbarten Fliegerhorst stationiert.
 

Und auch für den Transport der 28 Tonnen schweren „Brummelbiene“ konnte nicht ohne besondere Vorkehrungen bewerkstelligt werden. Da das Tragwerk mit einer Breite von 40 Metern die Straßen an beiden Seiten deutlich überragt hätte, wurden die Flügel kurzerhand abmontiert. Am Ziel angekommen sollen sie mit dem Rumpf wieder verbunden werden. Ein paar Büsche mussten zwar gestutzt werden, ansonsten sei der Transport aber glatt gelaufen, sagte Hohns Bürgermeister Jürgen Kuhrt. „Beim Anblick denke ich, dass wir noch nicht ganz fertig sind, aber andererseits ist so ein Flugzeug in einem Dorf wirklich nichts alltägliches.

Auf dem Rumpf ist neben dem Wappen des LTG 63 auch das der gemeinde Hohn abgebildet.
Matthias Herrmann
Auf dem Rumpf ist neben dem Wappen des LTG 63 auch das der gemeinde Hohn abgebildet.
 

„Ich freue mich sehr, dass die Gemeinde und die Bundeswehr sich über den Kauf des Flugzeugs einigen konnten“, freute sich Johann Wadephul. Hohn werde damit um „eine einzigartige Sehenswürdigkeit reicher“. Der CDU-Bundestagsabgeordnete hatte die Gemeinde bei den Verhandlungen mit der Bundeswehr unterstützt und sich direkt an Ursula von der Leyen gewandt. Und auch der Verteidigungsministerin gefiel das Projekt. „Sie fand die Idee sofort gut und hat zügig grünes Licht gegeben“, so Wadephul. Als das Arbeitstier der Bundeswehr flog die „Hohn“ in ihren 45 Jahren Dienstzeit Hilfseinsätze in die Hungergebiete Afrikas und war in vielen Auslandseinsätzen gefordert.

Noch sind die Flügel demontiert.
Matthias Herrmann
Noch sind die Flügel demontiert.
 

Zudem sei es ein Zeichen der engen Verbundenheit der Menschen in der Region mit der Bundeswehr und damit wichtiger Zuspruch für die Frauen und Männer in Uniform, sagt Johann Wadephul: „Für mich ist das Flugzeug viel mehr als ein Museumsstück und zukünftig ein Hingucker für Flugzeugfans.“

Ganz am Ziel ist das Flugzeug allerdings noch nicht. Auf der Wiese von Heinz Greinert werden derzeit Fundamente gegossen, auf denen die „Hohn“ dann ihren finalen Standort haben wird. In 14 Tagen ist die offizielle „Willkommensfeier“. Dann ist die Maschine auch kein „Stummelflügler“ mehr, sondern wird in ganzer Pracht erstrahlen und eine besondere Attraktion für die Gemeinde sein. Und eine Erinnerung, denn spätestens 2021 soll das Lufttransportgeschwarder 63 endgültig aufgelöst werden. Das neue „Exponat“ wird dafür sorgen, dass Brummelbienen auch über diesen Zeitpunkt hinaus präsent bleiben. Und das Flugzeug soll auf jeden fall auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein, sagt Bürgermeister Kuhrt, in welcher Form genau, müsse noch überlegt werden.

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