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Rendsburg : Eine neue Chance für das älteste Bürgerhaus der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rendsburger Investorengruppe prüft den Kauf des „Landsknechts“. Festgestellt wurde ein hoher Sanierungsbedarf.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2015 | 10:06 Uhr

Mitten in der Stadt gelegen, 271 Quadratmeter Wohnfläche auf einem 518-Quadratmeter-Grundstück und das alles für 75  000 Euro – klingt nach einem Schnäppchen, ist aber ein Ladenhüter. Seit über zwei Jahren steht der „Landsknecht“ zum Verkauf. Bisher wollte sich niemand auf das Abenteuer einlassen, ein sanierungsbedürftiges Gebäude zu erwerben, dessen Fassade unter Denkmalschutz steht. Doch jetzt gibt es ernsthafte Interessenten. Eine Rendsburger Investorengruppe prüft, ob sie den Kauf wagen will. Anfang März soll eine Entscheidung fallen.

Die Initiatoren halten sich bisher bedeckt, wollen namentlich noch nicht in Erscheinung treten. Nach Informationen der Landeszeitung steht jedoch fest, dass sie das Risiko auf möglichst viele Schultern verteilen wollen. Die Rede ist von mehr als 20 traditionsbewussten Rendsburgern, denen der Erhalt des um 1540 gebauten Bürgerhauses am Herzen liegt. Wie groß ihr Interesse am Ende wirklich ist, dürfte auch von der Summe abhängen, die Fachleute für die Sanierung der Immobilie veranschlagen. Die Kieler Maklerfirma Otto Stöben, die das Haus im Kundenauftrag anbietet, schreibt auf ihrer Internetseite, dass die Räume der Obergeschosse der Renovierung bedürfen, „Teilbereiche müssen nach einem Wasserschaden auch saniert werden.“ Die Kosten dafür beziffert Stöben nicht. Eingeweihte gehen aber davon aus, dass auf den Kaufpreis eine sechsstellige Summe für die Sanierung aufgeschlagen werden kann. Die Bandbreite liegt nach Recherchen unserer Zeitung zwischen 100  000 und 250  000 Euro. Kenner des Objekts halten eine noch höhere Summe für nicht ausgeschlossen.

Ein weiteres Kaufhemmnis war in der Vergangenheit offenbar der Denkmalschutz. Doch die im Kreishaus angesiedelte Untere Denkmalschutzbehörde will nicht als Bremser dastehen. Aus Sicht von Fachbereichsleiter Dr. Martin Kruse müssen die Belange des Denkmalschutzschutzes zwar genauso berücksichtigt werden wie die Interessen des Eigentümers. Aber: „Ein Gebäude muss nutzbar bleiben.“ Um zu verhindern, dass ein besonderes Gebäude weiter verfällt, könne es für die Denkmalpfleger erforderlich sein, großzügigere Kompromisse einzugehen. Das hänge jedoch stets vom Einzelfall ab. Kruse: „Unser Ziel ist der Konsens.“ Gerichtsprozesse im Zuge von Denkmalpflegeverfahren seien daher selten.

Die potenziellen Eigner werden viel Eigenkapital mitbringen müssen. Denn den „Landsknecht“ stufen die Banken in die Kategorie „Liebhaberobjekte“ ein. Und diese werden wegen des „kaufmännisch schwierig darzustellenden Kosten-Nutzen-Effekts“ nur ungern finanziert.

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