Eine Kostprobe als Dank für die Auszeichnung

Vorpremiere: Freitag wird es im Theater ernst für die Preisträger.
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Vorpremiere: Freitag wird es im Theater ernst für die Preisträger.

Der Theaterjugendclub erhält den Preis des Lions Clubs Königsthor. Die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung wurde zum 25. Mal verliehen. Ehrung soll auch Motivation sein.

shz.de von
01. Juni 2014, 06:00 Uhr

„Bretter, die die Welt bedeuten“, üben ihre eigene Faszination aus. Auch auf Jugendliche. Damit das so bleibt, spendierte der Lions Club Rendsburg-Königsthor zum 25. Mal seinen Theaterpreis. Die Verleihung an den Theaterjugendclub Rendsburg ging in den Kammerspielen des Stadttheaters über die Bühne.

Der Jugendclub bewies in der Vorpremiere mit einem Teil aus „Outster – am Rande des Vorgartens“ sein Können. Das Stück handelt von den Erfahrungen eines ungeliebten Kindes, das ganz anders ist als die übrigen Mitglieder der Clique. Auch den Erwachsenen wird gezeigt, wie schmal der Grat zwischen „verschieden“ und „anders“ ist.

Alles war echt: Die Bühne, Requisiten und Kostüme vom Theater und junge Akteure, die sich zum großen Teil selbst spielten. Dabei kam neben bewegendem Ernst auch der Humor nicht zu kurz, wie in der Persiflage auf eine TV-Koch-Verkaufsshow. Aus dem echten Leben zeigten die jugendlichen Theatermacher nach der Vorlage der Kurzgeschichte „Das traurige Ende des Austerjungen“ von Tim Burton den Kampf um Anerkennung. Fazit: Es ist wahrlich nicht einfach, als eigenständiger Charakter dazuzugehören.

Teils mit drastischen Worten, ungewohnt für viele Mitglieder des Lions Clubs, aber glaubhaft wurde fantasiereich und mit totaler Identifikation das Seelenleben Jugendlicher von heute aufgeblättert. Darin gab es viel Raum für Improvisation und Pantomime. Ein privater und direkter, fast intimer Blick ins Seelenleben dieser Generation.

„Sie haben mit viel Spaß gespielt und waren mit Freude dabei. Das ist dem Lions Club 1500 Euro wert. Macht damit, was ihr wollt,“ überreichte Lions Präsident Peter Jester den Riesenscheck. Im Jahr der Kulturellen Bildung ist der Preis eine wichtige Motivation, die auch Rückhalt des Theaters in der Gesellschaft bedeutet. „Die Auseinandersetzung mit Text und Form führen zur Toleranz. Im Theaterjugendclub setzen wir gesellschaftliche Themen in kreativen Prozessen um. Die Mitspieler lernen Andersartiges kennen und vertiefen ihre Erkenntnisse mit Improvisationen. „Das ist weit mehr als nur Publikumsvorsorge“, betonte Generalintendant Peter Grisebach.

Konrad Schulze, Johannes Fast und Lorenz Baumgarten (Regie), Swara Gutle (Bühne) und Lisa Richter (Kostüme) setzen mit dem Nachwuchs-Schauspielerteam Maßstäbe und wecken hohe Erwartungen. Ganz im Sinne von Grisebach. Der will „Rendsburg zur neuen Schauspielhochburg des Landestheaters befördern.“ Wenn so engagiert und professionell weitergemacht wird, wird das auch etwas.

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