Eine Gemeinde im Aufbruch

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Zukunftsprojekte zu den Schwerpunkten Energiewende, Städtebauförderung, Breitbandversorgung und Daseinsvorsorge

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26. November 2018, 11:48 Uhr

„Unsere Gemeinde befindet sich im Aufbruch“, stellt Bürgermeister Thomas Deckner fest: „Wir blicken in die Zukunft.“ Die Kommunalpolitiker sind dabei, eine ziemlich eindrucksvolle To-do-Liste abzuarbeiten: Die umfassende Sanierung des Freibads wurde im Frühjahr plangemäß abgeschlossen, die Breitbandanbindung des ländlichen Zentralorts läuft auf Hochtouren, die Auftaktveranstaltung zum energetischen Quartierskonzept war ein voller Erfolg, und der erste Bürger-Workshop im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms wird am 15.  Januar stattfinden.


Quartierskonzept stellt Weichen

„Das war eine dringende Maßnahme“, sagt Bürgermeister Thomas Deckner über die Renovierung des gemeindlichen Freibads, die pünktlich zu Saisonbeginn abgeschlossen werden konnte. „Wir haben die Folie, die Umrandung der Becken sowie die Regeltechnik erneuert, eine neue Rutsche angeschafft und ein neues Kleinkinderbecken eingeweiht“, zählt Bauausschuss-Chef Christian Tepker das Maßnahmenpaket auf, das 600 000 Euro kostete und vom Land Schleswig-Holstein mit 186 100 Euro bezuschusst wurde.

Vor zwei Monaten fand im Bürgerbüro die Auftaktveranstaltung zum „energetischen Quartierskonzept“ für den Bereich Hanerau-Hademarschen Nord-West statt. Dies Projekt stehe im Zusammenhang mit dem Klimawandel und der allgemeinen Energiewende, erklärt Bürgermeister Deckner: „Da haben wir als Gemeinde vor allem Handlungsmöglichkeiten bei der Wärmeversorgung.“ Das Quartierskonzept solle dazu beitragen, die Weichen richtig zu stellen: „Wir als Gemeinde wollen unsere Energiekosten senken und auch unseren Unternehmen und Bürgern die Möglichkeit geben, Geld zu sparen und die Umwelt zu entlasten.“

Experten sollen untersuchen, wie der Verbrauch im Projektgebiet reduziert werden kann, um dann Ideen für eine möglichst kostengünstige und klimaneutrale Abdeckung des verbleibenden Energiebedarfs zu entwickeln. Die Energie- und CO2-Bilanz des Quartiers steht am Anfang des Konzepts, das bis zum Frühjahr 2019 von einer Arbeitsgemeinschaft der Planungsbüros „IPP ESN“, „wortmann-energie“ (beide Kiel) und „EMN“ (Husum) erstellt werden soll. Gesteuert wird das Projekt von einer Lenkungsgruppe mit Bürgermeister Deckner, dem Klimaschutzmanager des Kreises sowie je einem Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, des Gewerbevereins, des Haus- und Grundeigentümervereins, der Amtsverwaltung und der Energieagentur der Investitionsbank Schleswig-Holstein.

Noch in diesem Jahr will „nordischnet“ in Hanerau-Hademarschen die ersten Glasfaseranschlüsse freischalten. „Die Breitbandversorgung unserer Gemeinde ist eine Erfolgsgeschichte“, meint Deckner mit Blick auf die 70 Prozent der Einwohnerschaft, die sich einen Glasfaseranschluss zulegen wollen. „Eine optimale Breitbandversorgung ist für den erhofften Zuzug von Firmen und Privatpersonen und damit für die Zukunft unserer Gemeinde absolut notwendig“, weiß der Bürgermeister. Mit seiner hohen Anschlussquote habe der Zentralort auch die Breitband-Erschließung der umliegenden Dörfer rentabel und möglich gemacht, betont Deckner. Die Verantwortung des ländlichen Zentralorts gegenüber seinen Umlandgemeinden ist auch ein wichtiges Thema beim „Zukunftskonzept Daseinsvorsorge“, das jetzt in Angriff genommen werden soll. Dieses Konzept ist die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“, in das Hanerau-Hademarschen Mitte 2017 aufgenommen wurde.


Bürger sollen Ideen einbringen

Um Themen wie demographischen Wandel, ärztliche Versorgung, Bildungseinrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und ÖPNV soll es bei der Informationsveranstaltung plus Workshop zum „Zukunftskonzept Daseinsvorsorge“ gehen, zu der die Gemeinde die Bürger Hanerau-Hademarschens und des Umlands am 15. Januar (19.30 Uhr, Struves Gasthof) einlädt. Das erste Projekt, das mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung verwirklicht werden soll, steht bereits fest: der Neubau des Kindergartens, den der Gemeinderat vor einem Jahr beschlossen hat und dessen Kosten auf drei bis fünf Millionen Euro geschätzt werden.
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