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Jungfernstiegbecken : Eine Frage der Kosten: Steil oder flach in den Stadtsee?

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nach Abriss der Sitzbänke: Verwaltung möchte die Böschung am Theater sanft abfallend gestalten.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 17:00 Uhr

Wie das Jungfernstiegbecken einmal aussehen könnte, ist schon jetzt zu besichtigen. Man muss nur, vor dem Theater stehend, etwa hundert Meter nach rechts um den Stadtsee herum gehen. Unterhalb des Neuen Rathauses geht die Böschung so flach in das Wasser über, dass hier kein Zaun gezogen werden musste. In diesem Stil möchte die Verwaltung auch das durch den Abriss der Sitzbänke am Theater freigewordene Ufer gestalten. Doch diese Lösung birgt ein Problem, auf das die Lokalpolitik hochallergisch reagiert – sie erfordert zusätzliche Haushaltsmittel.

23  000 Euro Mehrkosten gegenüber dem bisher im Haushalt verankerten Posten für die Renaturierung des Beckens hat der Fachdienst Tiefbau im Rathaus ermittelt. Deshalb befassen sich ab der kommenden Woche sowohl der Bauausschuss (23. Februar) als auch das für Finanzen zuständige Gremium (1. März) mit dem Thema.

Die Politik muss sich für eine Variante entscheiden. Denn Mitte Januar war die morsche Terrassenanlage 32 Jahre nach ihrer Einweihung abgerissen worden (wir berichteten). Übrig blieb nur ein hässliches Gerippe. Und eine Böschung, deren Neigung zu steil ist, um sie ohne alpines Wissen und Schuhwerk zu betreten.

Aus Sicherheitsgründen müsste ein Geländer her, sollte die bisherige Uferneigung beibehalten werden. Der Höhenunterschied zwischen dem Pflaster am Hans-Heinrich-Beisenkötter-Platz und dem Stadtsee beträgt 2,42 Meter. Oben würden nach den Plänen der Bauverwaltung zwar Bänke stehen. Doch wer sich dort setzte, um zu verschnaufen, hätte aller Voraussicht nach keinen freien Blick auf das Wasser. Der Zaun wäre im Weg. Die Gesamtkosten für diese Variante belaufen sich auf 53  000 Euro – 10  000 Euro mehr als bei einer Kalkulation vor drei Jahren angenommen.

Die Alternative 2 hat den Nachteil der im Wege stehenden Balustrade nicht. Und nicht nur das: Im Beschlussvorschlag heißt es, dass eine flache Böschung auch pflegeleichter wäre. Die Mitarbeiter des Umwelt- und Technikhofs hätten problemlos Zugang, auch mit mittelschwerem Gerät. Im Sommer könnten sie leicht den ans Ufer gedrifteten Unrat aus dem See fischen. Die vorhandene Spundwand müsste fünf Meter in Richtung See verlagert werden. Insgesamt 66  000 Euro sind für die Umsetzung dieser Variante erforderlich, heißt es aus dem Rathaus – also 13  000 Euro mehr als die billigste Lösung.

Einen Deckungsvorschlag, wie dieses Geld ohne neue Schulden aufgebracht werden kann, liefert das Rathaus gleich mit. Beim Ausbau der Oeverseestraße sei es zu Einsparungen gekommen.

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