Jobangebot : Eine Chance für Denise

Denise  Höftmann
Denise Höftmann

Nach einem Artikel in der Landeszeitung gab es drei Job-Angebote für die junge Mutter Denise Höftmann.

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12. November 2013, 06:00 Uhr

In der vergangenen Woche war sie niedergeschlagen und traurig, gestern hocherfreut und optimistisch: Offenbar gibt es doch Arbeitgeber, die die 20-jährige Denise Höftmann einstellen wollen. Nach Veröffentlichung unseres Artikels „Junge Frau bekommt keinen Job – weil sie Mutter ist“ (Sonnabend-Ausgabe) meldeten sich gestern drei Firmen, die um Zusendung ihrer Bewerbungsunterlagen baten. Denise Höftmann hatte sich seit Juli intensiv um einen Teilzeit-Arbeitsplatz als Bürokommunikationsfrau bemüht, aber ausschließlich Absagen erhalten – mehrfach mit dem unterschwellig geäußerten Hinweis, dass man junge Mütter nicht einstelle.

Das Schicksal der Hamdorferin bewegte die Leser der Landeszeitung. Auf www.shz.de zählte der Beitrag am Wochenende zu den meistangeklickten Artikeln. Auf Facebook war die Resonanz ebenfalls groß. Mehrere Leserinnen berichteten von ähnlichen Erfahrungen. Ein Beispiel: „Ich habe gerade selbst eine Absage bekommen mit der Begründung, meine Kinder sind dem Chef zu klein.“ Wie die Mutter schrieb, handele es sich um sechs und elf Jahre alte Kinder.

Wiederholt wurde in den Internet-Kommentaren darauf verwiesen, dass die einschlägigen Gesetze, die die Rechte beispielsweise von Müttern stärken sollen, bei den Arbeitgebern schnell einen gegenteiligen Effekt auslösten: „Aus Angst, sie bei Problemen nie wieder loszuwerden, nimmt man sie gar nicht“, lautete ein Beitrag. Es gab aber auch kritische Stimmen, die es keineswegs Verständnis für Denise Höftmanns Wunsch nach einem Job haben. Ein Leser vertrat die Auffassung, dass die Erziehung den Vorrang haben sollte – der Job oder das Einkommen seien zweitrangig.

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