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Künstlerisch : Eine Bootswerft im Ohlsenhaus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Kunstverein Süderstapel lud zwei Künstler aus Berlin ein: Aus alten Möbeln schufen sie ein bemerkenswertes schwebendes Objekt. Ein Schiff, zusammengestellt aus über 100 alten Teilen die größtenteils aus Wohlde stammen.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Während Orkan „Xaver“ tobte und Schleswig-Holstein den Atem anhielt, während der Sturm Dächer abdeckte und Bäume entwurzelte, begannen zwei junge Künstler in der Lohdiele des Ohlsenhauses in Süderstapel ihr eigenes Zerstörungswerk. Mit Hammer und Säge, Zange und Schraubenzieher zerlegten sie fein säuberlich acht alte Stühle aus diversen Stilepochen, zwei ausgediente Beistelltische, einen Garderobenständer sowie diverse kleinere Stücke in ihre Einzelteile. Ein neugieriges Publikum fand sich eine Woche später dort zusammen, um zu sehen, was aus den alten Möbeln geworden ist, die sie den Künstlern nach ihrer Ankunft im Ohlsenhaus Ende November zur Verfügung gestellt hatten.


Lohdiele wurde Atelier


Birgit Auf der Lauer und Caspar Pauli aus Berlin, in der Ferienwohnung des alten Bauernhauses zu Gast, hatten sich vorgenommen, aus Sperrmüll Kunst zu machen. Etwas Besonderes wollten sie an dem für sie vollkommen unbekannten Ort schaffen.

Mit Offenheit für alles und jeden, mit Kontaktfreude und bemerkenswerter Wissbegier gelang es dem jungen Künstlerpaar innerhalb kürzester Zeit, sich in das vorweihnachtliche Dorfgeschehen zu integrieren und die Herzen so mancher Bewohner zu erobern. Die Spannung war groß, als nun die Abschlusspräsentation in der Lohdiele des Ohlsenhauses stattfand. Ein Schiff hatten sie gebaut – für Stapelholm, das nun an 100 dünnen Fäden leise schaukelnd im Halbdunkel von der Decke hing.


Das Objekt geht auf Reisen


Ein Schiff, zusammengesetzt aus 100 Teilen, die aus Wohlde stammten, aus Norderstapel, aus Süderstapel und aus Friedrichstadt. Und all die hunderte von Nägeln, Nieten, Schrauben, die einst die Möbelstücke zusammenhielten, lagen nun ordentlich sortiert und ausgebreitet und mit Namen beschriftet auf einem großen Tisch. Als Sinnbild der Gemeinschaft, die sie vorfanden – oder aber dieses neuen Miteinanders, das hier für eine begrenzte Zeit entstanden ist.

So wollen die Künstler ihr Werk durchaus verstanden wissen. Doch auch ganz ohne Symbolik gelang es den beiden an diesem Nachmittag ein Ereignis zu inszenieren, das Gemeinschaft schuf und ein Fest der Schönheit war. In den nächsten Tagen schon werden dann die Bänder in der Lohdiele wieder losgemacht, und das Schiff wird seine erste Reise antreten – um 2014 irgendwo festzumachen und davon zu erzählen, was da zu sehen war in Süderstapel.

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