Eine Aufgabe für das Leben

Neuer Vorsitzender: Kim Häusgen aus Jevenstedt leitet das „Team Doppelpass“.
Neuer Vorsitzender: Kim Häusgen aus Jevenstedt leitet das „Team Doppelpass“.

Neu im „Team Doppelpass“: Kim Häusgen an der Spitze des Vereins für krebskranke Kinder

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16. Mai 2018, 16:47 Uhr

Besuche in Krankenhäusern und Termine mit Sponsoren: Kim Häusgen ist der neue Vorsitzende des „Team Doppelpass“. Der gemeinnützige Verein kümmert sich um krebskranke Kinder und erfüllt den kleinen Patienten Wünsche. Der Jevenstedter hatte den Gründer Thorben Schütt nach elf Jahren an der Spitze abgelöst. Thorben Schütt und sein Stellvertreter Mirko Nitschmann hatten sich, wie berichtet, aus familiären Gründen aus dem Vorstand zurückgezogen.

In seinem neuen Posten hat der Verwaltungsbeamte eine Aufgabe fürs Leben gefunden. Er sei seinem Vorgänger für das Erreichte sehr dankbar, sagt Kim Häusgen. Er habe sich von den beiden Vereinsgründern vorher das Okay geholt, auch wenn es im Verein keine wirkliche Hierarchie gebe, und man die Entscheidungen gemeinsam treffe. Aber es sei auch seinen Vorgängern wichtig gewesen, dass das Projekt weitergehe.

Vor vier Jahren sei er als alter Fußballer eigentlich „so reingerutscht“ und habe sich sehr schnell mit der Sache des „Team Doppelpass“ angefreundet. „Ich suchte immer etwas Ehrenamtliches, wo ich mich engagieren kann“, verrät Häusgen. Beim Team Doppelpass kommen Fußball und Helfen zusammen. „Ich dachte mir, das passt.“

Während einige der Doppelpass-Mitglieder lieber im Hintergrund arbeiten und selten erkrankte Kinder besuchen, hat Häusgen kein Problem mit Besuchen am Krankenbett. Durch den frühen Tod seiner Eltern sei er bereits in der Jugend mit Verlusten in Berührung gekommen und hat gelernt, diese zu verarbeiten. Entsprechend habe er kein Problem, Kinder zu besuchen, die an Krebs erkrankt sind. „Es kann sehr bedrückend sein, aber auch sehr rührend. Leute, die Du noch nie vorher im Leben getroffen hast, fallen Dir aus Dankbarkeit um den Hals.“

Durch den Kontakt auf den Krebsstationen der Unikliniken in Kiel und Lübeck könnten sich Familien bei dem Verein bewerben. Dabei seien die Wünsche der Kinder sehr unterschiedlich. Es werde allerdings darauf geachtet, dass es wirklich den Kindern zu Gute kommt. „Ein nagelneues Smartphone für ein vierjähriges Kind ist sehr verdächtig“, meint Häusgen. Entsprechend werden die Eltern dann gebeten, einen „altersgerechten Wunsch“ abzugeben. Die Entscheidungen, ob ein Wunsch erfüllt werde, treffe das Team gemeinsam. Manchmal komme es auch vor, dass die Eltern noch etwas drauflegen müssen. „Ein Paket Buntstifte ist für uns ein bisschen wenig.“ Aber manche Eltern seien halt so bescheiden, sie wollten nicht den Eindruck erwecken, dass sie betteln.

Das „Team Doppelpass“ springt dort ein, wo Krankenkassen nicht mehr zahlen. Etwa 40 bis 50 Wünsche erfülle der Verein pro Jahr, damit sei die Grenze der Ehrenamtler erreicht. Zusätzlich gebe es noch einen großen Ausflug oder ein Sommerfest für alle Kinder und ihre Familien, denen das Team geholfen habe.

Es nehmen auch Familien teil, bei deren Kindern die Krankheit einen negativen Verlauf genommen habe, berichtet Kim Häusgen. Es sei schön, wenn die Verbundenheit bestehen bleibe. Die Arbeit im „Team Doppelpass“ schweiße die Vereinsmitglieder zusammen. Sollten Thorben Schütt und Mirko Nitschmann in einigen Jahren wieder aktiv werden wollen, stehe ihnen die Tür weit offen.

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