Fockbek : Einbrecher verwüsten Sanitärfirma

Leere Schubladen im Lager: Tausende Messing- und Kupferteile, wie sie Monteur Hendrik Möller (links) zeigt, sind gestohlen worden. Sein Vater und Geschäftsführer der Firma „Fockbeker Haustechnik“ stellte zudem den Diebstahl von über 30 Maschinen fest.
Leere Schubladen im Lager: Tausende Messing- und Kupferteile, wie sie Monteur Hendrik Möller (links) zeigt, sind gestohlen worden. Sein Vater und Geschäftsführer der Firma „Fockbeker Haustechnik“ stellte zudem den Diebstahl von über 30 Maschinen fest.

Über 100 000 Euro Schaden. Bis zu 400 Kilogramm Messing- und Kupferteile sowie Maschinen sind aus einem Fockbeker Unternehmen verschwunden.

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09. Dezember 2014, 09:27 Uhr

Dieter Becker traute seinen Augen nicht, als er am vergangenen Sonnabendmorgen die Büroräume seiner Firma „Fockbeker Haustechnik“ betrat: Ihm bot sich ein Bild der Verwüstung, das sich auch über das Lager des Montagebetriebs fortsetzte. Diebe waren in der Nacht von Freitag auf Sonnabend in das Unternehmen an der Straße Timmerloh im Fockbeker Gewerbegebiet eingebrochen. Sie hatten es vor allem auf hochwertige Metalle und Maschinen abgesehen. Davon haben sie große Mengen gestohlen, die sie dem Geschäftsführer zufolge mit einem Lastwagen abtransportiert haben müssen. Dem Unternehmen sei dadurch ein Schaden von mindestens 100 000 Euro entstanden. Dieter Becker und Mitinhaber Rolf Möller glauben, dass sie einer Bande zum Opfer gefallen sind, weil sie bereits von ähnlichen Einbrüchen in der Region gehört haben.

Die Diebe hatten vor allem Bauteile aus Kupfer und Messing im Visier: Etwa Thermostat-Teile, Rohrverbinder und Entleerungshähne lagerten zu tausenden in verschiedenen Räumen des Betriebs. Viel haben sie davon nicht zurückgelassen. Selbst ganze, fünf Meter lange Kupferrohre haben sie mitgenommen. „Allein die Menge an Kupfer- und Messingteilen hatte sicher ein Gewicht von 300 bis 400 Kilogramm“, schätzt Rolf Möller. Hinzu kommen mindestens 30 professionelle Elektro-Handwerkzeuge wie Steinbohrer, Stemmhammer und Sägen. Außerdem luden die Diebe noch Sanitärtechnik-Bauteile wie etwa Umwälzpumpen, Wasser-Armaturen, ganze Waschtische und Halterungen für Wand-WCs auf. „Die müssen mit einem 7,5-Tonner vorgefahren sein und sich eine Menge Zeit genommen haben“, ist sich Rolf Möller sicher. Er ärgert sich über die dreiste Vorgehensweise. Bei den Maschinen seien die Täter sogar noch wählerisch gewesen – nur neuere Modelle haben sie ihm zufolge mitgenommen. Die Schweißgeräte sind geblieben, die waren offenbar zu schwer. Im Gegensatz zum Tresor: Den müssen die Einbrecher aus den Büroräumen in die Werkhalle geschleppt haben, um ihn dort mit einem Trennschleifer aufzuschneiden. Daraus entwendeten sie rund 1000 Euro Bargeld, eine Bankkarte und den Generalschlüssel. Alle Büros hatten die Täter verwüstet und die Einrichtung mit Reinigungsmitteln aus der Werkhalle überschütttet. So verwischten sie zumindest dort ihre Spuren. „Einige Flüssigkeiten sind brennbar. Deshalb bin ich froh, dass die Einbrecher uns nicht noch die Büros angezündet haben“, sagt Möller. Der Schaden sei jedoch immens.

Den Lastwagen hatten die Täter offenbar auf dem Hof des Unternehmens geparkt, um ihr Diebesgut direkt durch das Rolltor einzuladen. Zutritt hatten sie sich offenbar durch einen Hintereingang verschafft. Die Tür war aufgehebelt worden, obwohl das Gebäude rundherum mit Bewegungsmeldern und starken Lampen ausgestattet ist.

Seit zehn Jahren gebe es die „Fockbeker Haustechnik“, doch noch nie sei eingebrochen worden, sagt Möller. „Jetzt werden wir uns eine Alarmanlage anschaffen müssen“, sagt er. Neun Mitarbeiter beschäftigen er und Dieter Becker in ihrem Montagebetrieb, der in der gesamten Region Rendsburg sowie in Schleswig und Kiel tätig ist. Nun müssen die Arbeiten ruhen, obwohl die Auftragsbücher vor Weihnachten voll sind.

Dieter Becker wundert es nicht, dass Verbrechen dieser Art zunehmen: „Die Polizei ist unterrepräsentiert, dadurch wird Einbrechern Tür und Tor geöffnet“, sagt er. Dabei sei die Branche ein neues Ziel von Diebesbanden. Er habe von zwei weiteren Fällen in Osterrönfeld und Neumünster gehört. Die Polizei hat eine Einbruchsserie in Sanitärfirmen bisher nicht bestätigt – die Pressestelle war gestern um kurz vor 16 Uhr nicht mehr zu erreichen.

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