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Festagsbraten einmal anders : Ein Weihnachtsessen bei Veganern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Menü ganz ohne tierische Produkte: Mitglieder des Veggie-Stammtisches berichten, welche Speisen sie zum Fest zubereiten. Treffen finden einmal im Monat statt. In vielen Familien wird doppelt gekocht.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 18:46 Uhr

Der Duft von frischem Rotkohl und fruchtigen Birnen liegt in der Luft. Auf dem langen Tisch in der „Dorfschänke“ stehen allerlei Leckereien für ein festliches Weihnachtsmenü: Eiersalat mit Kürbisbrötchen, Festtagsbraten mit Maronen-Gemüse, Rotkohl und pommes macaire oder Auberginenschnitzel im Kräutermantel und zum Dessert Birnen-Walnuss-Strudel – wem läuft da nicht das Wasser im Munde zusammen. Das Besondere an diesem Festessen ist allerdings, dass es vegan zubereitet worden ist. Fleisch und tierische Produkte wurden für das Weihnachtsmenü nicht verarbeitet.

Die Mitglieder des Veggie-Stammtisches Rendsburg treffen sich einmal im Monat zum Ideenaustausch. Anregungen für ein weihnachtliches Menü gibt es genügend. Stammtisch-Mitgründerin Gabriele Scholz hat sich dieses Jahr für vegane Rouladen aus Soja, Rotkohl und Kartoffeln entschieden. Scholz ernährt sich seit zweieinhalb Jahren vegan. Eine Fernseh-Dokumentation über Massentierhaltung brachte sie vom Fleischkonsum ab.

Während Vegetarier kein Fleisch verzehren, gehen Veganer noch einen Schritt weiter. Sie verzichten auf alle tierischen Produkte wie Milch, Eier, Käse oder Honig. „Man kann diese Sachen alle ersetzen. Es gibt immer mehr vegane Speisen in normalen Supermärkten oder Reformhäusern“, sagt Scholz.

In Familien, in denen es Veganer und normale Esser gibt, wird oft doppelt gekocht. Silvia Bensch (54) aus Owschlag bereitet für ihre Lieben eine Ente zu. „Für mich mache ich eine vegane Ente aus Seitan, einem Weizeneiweiß“, verrät sie. Mehrere Gerichte kochen muss Stephanie Schauer aus Borgstedt Heiligabend nicht. „Es soll Weihnachten bei uns veganes Moussaka geben“, sagt die 46-Jährige. Obwohl sie die einzige Veganerin in ihrer Familie ist, steckt sie ihre Verwandtschaft mit ihren Kochkünsten an.

Über verschiedene Speisen muss sich auch Andrea Bäcker (45) keine Gedanken machen. „Unsere Familie interessiert sich für Bio und Gesundheit. Seit Juli dieses Jahres leben wir alle vegan“, sagt sie. Die Umstellung ist keinem schwergefallen. An ihrer ersten Weihnacht ohne tierische Produkte gibt es Raclette mit Gemüse und Fleischersatz. „Jeder kann dann auf den Grill legen, was er möchte.“

Sabine Splettstößer (50) hat dieses Jahr beim Kochwettbewerb „Küchenlust“ des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) mitgemacht. „Den Menschen die vegane Küche näherzubringen, war meine Motivation teilzunehmen“, verrät die Rendsburgerin. Komplett vegan durfte sie nicht kochen. Die Teilnahmebedingungen sahen Fleisch oder Fisch vor. Daher achtete Splettstößer darauf, Lachsforelle aus extensiver Haltung zu verwenden. Ihr Fischgericht, eine vegane Linsensuppe und Pannacotta mit pürierten Erdbeeren brachten sie unter die besten acht Teilnehmer.

Der Koch der „Dorfschänke“, Thomas Bier, bereitet gern fleischlose Speisen zu. „Es ist spannend, für Veganer zu kochen. Ich kreiere viele Rezepte selber und denke mir gerne immer wieder etwas Neues aus.“ Den Festtagsbraten und den Strudel hat Bier in seiner Küche selbst zusammengestellt. Der Koch legt bei allen seinen Gerichten Wert auf regionale und saisonale Küche. Zwei bis drei vegane Speisen stehen auf der normalen Karte der „Dorfschänke“. „Die Nachfrage nimmt zu“, hat Bier festgestellt. Er feiert Weihnachten im Kreise seiner Familie. „Bei uns gibt es den veganen Festtagsbraten und ganz klassisch einen Hasenrücken“, verrät er. Languste und Salat als Vorspeise und Eis zum Dessert runden das Weihnachtsmenü ab.

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