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Hans-Claus Schnack : Ein Wegbereiter nimmt Abschied

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Nach 19 Jahren als Bürgermeister in Klein Wittensee stellt sich Hans-Claus Schnack nicht wieder zur Wahl.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2013 | 08:22 Uhr

KLEIN WITTENSEE | Wenn Bürgermeister Hans-Claus Schnack durch sein Klein Wittensee fährt, winken ihm die Menschen zu. Die Landwirte von ihren Fahrzeugen aus, die Zimmerleute vom Dach, die Radfahrer und Spaziergänger, die Autofahrer - kaum einer der ihn nicht fröhlich grüßt. "Das freut mich sehr und zeigt mir, dass ich vieles richtig gemacht habe", sagt Schnack. Ein wenig Wehmut sei schon dabei, wenn er jetzt mit den Kommunalwahlen sein Amt als Bürgermeister aus eigenen Stücken aufgibt, "aber die Freude und die Dankbarkeit, viel erreicht zu haben, überwiegt".

19 Jahre war er Ortsvorsteher der Gemeinde Klein Wittensee, 31 Jahre im Gemeinderat tätig, 15 Jahre Mitglied im Kreistag. Er ist Vorsitzender des Naturparkvereins Hüttener Berge und engagiert sich für die Mühle Auguste. Zu seinen persönlichen Höhepunkten zählt er die Umwandlung des Bundeswehrgeländes in ein Baugebiet, Maßnahmen zur Ortsbildverschönerung durch Verlagern des Durchgangsverkehrs in den Außenbereich auf die neue Umgehungsstraße sowie die Aussiedlung der Landwirtschaft an den Ortsrand, natürlich in Absprache mit den Landwirten. "Diese Maßnahmen haben erheblich die Lebensqualität im Ort gesteigert", so Schnack.

In seiner letzten Gemeindevertretersitzung vergangene Woche konnte er ebenfalls noch wichtige Projekte auf den Weg bringen: Mit Beteiligung der Landwirte werden die Wirtschaftswege saniert und die Löschwasserversorgung durch Erneuern der Teiche im Außenbereich verbessert. Und: Die Idee einiger Einwohner beim Masterplan-Workshop im Januar, das leerstehende Feuerwehrgerätehaus wiederzubeleben und zu einem Treffpunkt für Jung und Alt umzugestalten, wird ebenfalls mit Leben gefüllt. Erste Planungen und Kostenschätzungen stehen, im nächsten Schritt gehe es darum, Fördergelder für die Finanzierung des Umbaus einzuwerben. Das neben dem Gerätehaus liegende ehemalige Schulgelände ist momentan Rasenfläche und soll als Spielbereich mit eingebunden werden. Auch eine Boulebahn ist geplant.

"Damit füllen wir ein Vakuum auf, denn bislang hat es gerade für die älteren Menschen im Ort an Möglichkeiten gefehlt, sich zu treffen und miteinander zu klönen", sagt der Bürgermeister. Mit Spielnachmittagen und anderen Veranstaltungen im Feuerwehrgerätehaus könnte diese Lücke künftig geschlossen werden. Gleichzeitig werde der Treffpunkt in einen geplanten Fitness-Parcours für Ältere rund um den Wittensee eingebunden. "Dadurch profitieren dann nicht nur die Wittenseer, sondern auch die Touristen sowie die gesamte Region."

Miteinander wirtschaften, arbeiten, aber auch feiern, "das ist Dorfleben", so der Bürgermeister, "mir macht es Spaß, mit und für die Menschen etwas auf den Weg zu bringen". Dabei habe er immer darauf Wert gelegt, alle Betroffenen in Entscheidungen mit einzubinden, ihnen das Gefühl zu geben, teilzuhaben und mit ihren Anliegen ernst genommen zu werden. Und auch Neubürger sowie Ältere blieben nicht außen vor, sondern gehörten immer dazu.

Für seinen Nachfolger hat er alles vorbereitet: Schulden konnten abgelöst werden, ein Polster für künftige größere Investitionen ist vorhanden, Projekte für die Zukunft sind angeschoben. "Ich hoffe, dass es so gut mit der Gemeinde weiter geht", so sein Wunsch. Dabei sei es wichtig, dass sein Nachfolger eigene Akzente setze: "Als Bürgermeister muss man Ideen, wenn nicht sogar Visionen haben", erklärt Schnack. Nicht jede davon könne realisiert werden. Aber: "Eine Gemeinde, die nur verwaltet wird, verliert an Attraktivität. Je ansprechender ein Dorf ist, desto offener sind seine Einwohner." Und gerade das sei für einen Ort wichtig, wenn es in Richtung Zukunft gehen soll.

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