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Landeszeitung

19. August 2017 | 19:17 Uhr

Aukrug : Ein Verein wird zum Unternehmen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Krankenpflege Aukrug gründet eine gemeinnützige GmbH. Für 25 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Aushilfskräfte ändert sich nichts.

Die Mitgliederversammlung des Krankenpflegevereins (KPV) Aukrug hat den Weg frei gemacht für die Gründung einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH). „Der Grund für diese gravierende Änderung ist, dass wir dank unserer fleißigen Mitarbeiterinnen seit vielen Jahren so erfolgreich gewirtschaftet haben, dass wir nun kein ideeller Verein mehr bleiben dürfen“, erläuterte die 1. Vorsitzende Magret Kaschner zum Auftakt der außerordentlichen Mitgliederversammlung. „Wir sind zu groß geworden, um weiterhin ein ideeller Verein bleiben zu können“, ergänzte der stellvertretende Vorsitzende Michael Hollerbuhl.

Ein „Idealverein“ ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ein Verein, der nicht auf die Erzielung von Gewinn ausgerichtet ist und stattdessen ideelle Zwecke verfolgt. Als Vereinszweck hat sich der vor 30 Jahren gegründete KPV Aukrug zur „Betreuung kranker, hilfs- oder pflegebedürftiger Menschen“ verpflichtet. Bei seiner Arbeit verfolgt der KPV ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige, mildtätige Wohlfahrtszwecke im Sinne der Abgabenordnung. Aufgrund der gesunden wirtschaftlichen Situation sowie der geplanten Einrichtung einer Tagespflege droht dem KPV nun aber die Aberkennung des Idealverein-Status‘.

Als Ausweg soll das wesentliche KPV-Vermögen auf eine neu zu gründende gGmbH übertragen werden. Der KPV wäre dann einziger Gesellschafter der neuen Gesellschaft. Eine Lösung, welche die Gemeinderäte aller im KPV vertretenen Kommunen (Aukrug, Wasbek, Padenstedt, Ehndorf und Arpsdorf) bereits jeweils einstimmig gebilligt haben. „Die Gemeinden bleiben die Träger unserer Institution“, erklärte Hollerbuhl. Im Aufsichtsrat der neuen Gesellschaft sollen die Gemeinden wie bisher auch in der Mitgliederversammlung je eine Stimme pro 1000 Einwohner erhalten, also Aukrug vier Stimmen, Wasbek drei, Padenstedt zwei und Ehndorf und Arpsdorf je eine.

„Was der KPV jetzt tut, das wird er auch in Zukunft weiterhin machen – und genauso erfolgreich“, betonte Hollerbuhl. „Der KPV wird dies nur nicht mehr als Verein tun, sondern als gemeinnützige GmbH.“ Für die 25 festangestellten und zehn geringfügig beschäftigten Mitarbeiterinnen ändere sich „überhaupt nichts“ wandte sich Hollerbuhl an Teamleiterin Kirsten Witt und deren Stellvertreterinnen: „Sie werden 1:1 übernommen.“ „Auch unser Logo bleibt unverändert“, vermerkte Magret Kaschner. Die Mitgliederversammlung beschloss daher einstimmig, dass der KPV-Vorstand die nötige Maßnahmen für die Gründung einer gGmbH in Angriff nehmen soll. Diese Gründung soll Hollerbuhl zufolge „Mitte nächsten Jahres“ erfolgen.

Magret Kaschner berichtete vom Stand der Bauarbeiten, im Zuge derer die ehemaligen KPV-Räumlichkeiten im Amtsgebäudekomplex zu einer Tagespflegeeinrichtung umgewandelt wird. Für Sonnabend, 12. September, ist eine Einweihungsfeier mit geladenen Gästen geplant, am 15. September soll die neue Tagespflege den Betrieb aufnehmen, und am Sonnabend, 26. September (10 bis 16 Uhr), soll dann ein „Tag der offenen Tür“ für die ganze Bevölkerung stattfinden.

 

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