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Fussball-Verbandsliga : Ein verdammt steiniger Weg

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Sorgenfalten bei Trainer Thomas Gosch wachsen. Nach etwas mehr als einem Drittel der Saison sieht sich der TuS Rotenhof mit einer schwierigen Situation im Abstiegskampf konfrontiert.

Gut ist sie nicht, die Stimmung beim TuS Rotenhof. Kann sie auch nicht sein angesichts von drei Punkten aus den letzten acht Partien und Platz 15 in der Fußball-Verbandsliga Nord-Ost. Sowohl Spieler als auch die sportliche Leitung sowie die Funktionsträger des Clubs beteuern das Gegenteil. Die Versuche, einen positiven Eindruck zu vermitteln, haben eher den Anschein einer guten Miene zu einem bösen Spiel. „Ich glaube, wir sind bekannt dafür, dass wir hier in Rotenhof eine Einheit sind“, sagt beispielsweise Tim Krüger. Der Routinier umschifft mit dieser Aussage allerdings geschickt eine Antwort zu den aktuellen Problemen. Einzig Torhüter Stefan Johannsen findet klare Worte: „Die Stimmung stimmt nicht.“

Die Verunsicherung innerhalb der Mannschaft versucht Trainer Thomas Gosch gar nicht erst wegzudiskutieren. „Natürlich sind die Jungs verunsichert. Das ist ja auch nicht verwunderlich nach einer desolaten Leistung und einer 0:6-Klatsche“, sagt er. Nach der herben Niederlage gegen Molfsee am Spieltag zuvor wollte der Trainer gegen den Heikendorfer SV zunächst die Defensive stabilisieren. Ein Plan, der eine gute halbe Stunde aufging, ehe Maik Obels die erste Unkonzentriertheit der Rotenhöfer Deckung inklusive Ersatztorhüter Nori Wiepert nutzte, um die Probleme des TuS offen zu legen: Der Aufsteiger ist in der Defensive viel zu anfällig. 37 Gegentreffer in elf Spielen – nur Bösdorf weist hier mit 42 eine schwächere Bilanz auf – lassen sich schwerlich kompensieren, zumal der Angriff des TuS nicht gerade Angst und Schrecken verbreitet. Gegen Heikendorf wurde der Ball ein ums andere Mal planlos nach vorn geschlagen. „Wir haben derzeit einfach keine personellen Alternativen, und nicht alle im Kader sind den Anforderungen dieser Liga gewachsen“, stellt Gosch fest. Ob durch Ausfälle gezwungen oder gewollt: Noch nie hat der Trainer zwei Mal in Folge dieselbe Startelf aufs Feld geschickt. Ein Grund für die mangelnde Stabilität und die kaum vorhandenen Automatismen im Spiel.

Es liegt auf der Hand, dass die Zwischenbilanz keine Freudentänze auf der Tribüne hervorruft. Dass die Mannschaft und insbesondere das Trainerteam sich – mal wieder – lautstarke Kritik auf offener Bühne gegenübersieht, irritiert dann doch. Nicht zum ersten Mal während seiner Amtszeit beim TuS fordern Außenstehende einen Wechsel auf der Trainerbank. „Das interessiert mich nicht. Ich weiß ja, von wem das kommt“, sagt Gosch deutlich. Laut eigener Aussage genießt er die Rückendeckung des Vorstands und des Fußball-Obmanns. „Wir haben das besprochen. Uns war die Schwere der Aufgabe bewusst. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen würden, wäre es eine Sensation – wenn nicht, dann müssen wir eben wieder zurück“, erklärt der Coach.

So einfach aber könnte die Rechnung nicht sein, zumal der Kader über das Potenzial verfügt, die Klasse zu halten. Dieser These verleiht Johannsen Nachdruck: „Mit dieser Mannschaft müssen wir die Klasse halten. Ich habe das schon öfter gesagt und stehe weiterhin zu dieser Aussage.“ Auch Fußball-Obmann Klaus-Dieter Passig sieht den Kader stark genug, um den Anforderungen der Verbandsliga zu genügen. „Die Mannschaft muss diese Qualität einfach öfter abrufen“, fordert er. Eine Trainerdiskussion will er noch nicht führen. „Mich nerven diese ständigen Forderungen nach einem Wechsel. Diese Unruhe, die damit von außen hineingebracht wird, hilft uns nicht weiter“, so Passig. „Ich denke über einen neuen Trainer noch nicht nach“, sagt er weiter und nimmt sowohl die Spieler als auch den Trainer in die Pflicht. Der ist zu sehr Realist, um nicht zu wissen, dass schnellstmöglich Punkte her müssen, um seinen noch verbliebenen Kredit nicht zu verspielen.

Es ist und bleibt ein verdammt steiniger Weg, den Thomas Gosch zu gehen hat. Er will weiter arbeiten, um den berüchtigten Bock bald umzustoßen, und er hat innerhalb der Mannschaft bisher keine Auflösungserscheinungen ausgemacht. „Die Trainingsbeteiligung stimmt, die Jungs ziehen mit und wollen auch alle,“ stellt er heraus und hofft zugleich: „Vielleicht schlägt sich Fortuna ja auch mal auf unsere Seite.“ Am Sonnabend geht es nach Kronshagen. Ein Erfolgserlebnis würde nicht nur das Punktekonto, sondern auch die Stimmung aufbessern.

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erstellt am 15.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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