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Osterrönfeld : Ein Tunnel für die Sicherheit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Eisenbahnviadukte an den Auffahrten zur Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal, vier davon auf Rendsburger und zwei auf Osterrönfelder Gebiet, müssen dringend saniert oder ersetzt werden.

Die Stützen und das gemauerte Gewölbe zeigen Risse, Beton ist abgeplatzt, die Eisenarmierung rostet. Die Eisenbahnviadukte an den Auffahrten zur Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal, vier davon auf Rendsburger und zwei auf Osterrönfelder Gebiet, müssen dringend saniert oder ersetzt werden. Turnusmäßige Untersuchungen hatten ergeben, dass die Schäden durch eingedrungenes Wasser und Frost weitaus größer sind als bisher prognostiziert. Noch vor dem nächsten Winter sollen Maßnahmen ergriffen werden, erklärte Kai Thode von der Deutschen Bahn am Donnerstag im Verkehrs- und Werkausschuss in Osterrönfeld.

Um Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer vor herab fallenden Mauersteinen oder Betonabplatzungen zu schützen, sollen an dem Viadukt „Wehrau“ an der südlichen Gemeindegrenze in Osterrönfeld noch in diesem Jahr eine Verkehrssicherung eingerichtet werden. Geplant ist der Bau eines 25 Meter langen Tunnels. Im Einbahnverkehr kann der 4,20 Meter hohe Schutztunnel auf einer drei Meter breiten Fahrspur befahren werden. Daneben soll ein getrennter Weg für Radfahrer und Fußgänger verlaufen.

„Diese Lösung kann von der Gemeinde mitgetragen werden“, kommentierte Bürgermeister Bernd Sienknecht die vorgestellte Planung. Im Juni war bei einem ersten Gespräch mit der Bahn noch angedacht worden, die Unterführung für Fahrzeuge komplett zu sperren und nur eine fußläufige Verbindung einzurichten. „Und das für mindestens vier Jahre, dagegen haben wir protestiert“, machte Sienknecht deutlich. Die jetzt gefundene Lösung führe kaum zu Behinderungen. Der Weg unter dem Eisenbahnviadukt hindurch wird häufig von Schülern und Anwohnern aus dem Wohngebiet Aspel-Nord genutzt, zudem von Bewohnern der Straßen Aukamp und Fehmarnstraße.

Der Bau des Tunnels sei eine Sofortmaßnahme gegen herab fallende Teile, erklärte Thode. Die Bahn werde dann umfangreiche Bauwerkserkundungen durchführen, um Planungssicherheit für eine Sanierung oder einen Neubau des Viadukts zu erlangen. Mit dem Beginn der eigentlichen Bauarbeiten sei erst 2018 zu rechnen.

„Die Gemeinde ist jetzt im Bilde, was auf sie zukommt“, stellte der Ausschussvorsitzende Manfred Trompf fest. Das sei früher häufig nicht der Fall gewesen, kritisierte er die häufig nicht zufrieden stellende Informationspolitik der Bahn. In diesem Zusammenhang beklagten sich Trompf und andere Ausschussmitglieder über nächtliche Rammarbeiten an der Bahnstrecke, über die nicht alle Einwohner informiert waren. „Da bekam man kein Auge zu“, schilderte Trompf die Situation vor knapp zwei Wochen, als in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag gearbeitet wurde (wir berichteten).

Auch die Rendsburger Viadukte über die Augustenburger Straße, die Nobiskrüger Allee und die Aalborgstraße zeigen so große Schäden, dass noch in diesem Jahr Arbeiten zur Verkehrssicherung erfolgen werden. Diese sollen laut Bahn-Presseprecher Egbert Meyer-Lovis nach vorheriger Abstimmung mit der Stadt vorgenommen werden.

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