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Schülp bei Nortorf : Ein Torfwerk als Attraktion

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Achim Neelsen will im Schülper Moor seinen Traum verwirklichen. Seiner Meinung nach ist „der Umbau ein Leuchtturm-Projekt, das jeden Touristen mitten ins Herz trifft.“

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erstellt am 09.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Eine Tour in alten Güterloren durch die Moorlandschaft, am Ende ein Aussichtsturm mit Blick über das rund 400 Hektar große Naturschutzgebiet, dazu historische und naturwissenschaftliche Erläuterungen, Gastronomie, und eine Art Museum: Das ist der Traum von Achim Neelsen. Über 100 Jahre war das Torfwerk in Schülp in Betrieb. 2008 rollte die letzte Güterlore. Zwei Jahre danach kaufte der Schülper das 3,5 Hektar große Gelände, auf der das Werk steht. Wer auf die Idee kommt, ein altes Torfwerk zu kaufen? „Nur ein Wahnsinniger“, lacht Neelsen. Derzeit werden die alten Gebäude als Lagerräume genutzt. Doch schon bald könnte aus dem stillgelegten Werk ein touristischer Anziehungspunkt werden.

Das Moorgebiet gehört der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die bereits erste Schritte zur Renaturierung des Gebietes eingeleitet haben. Mit der Stiftung hat Neelsen ein Arrangement getroffen, dass die alte Gleisanlage erhalten bleibt. Vom Lagerplatz aus verlaufen die Schienen in das Moorgebiet. Auf rund einem Kilometer bietet die Strecke einen fantastischen Ausblick in die Natur. Das Torfwerk selbst könne man „wieder herrichten“, sagt Achim Neelsen, und so gestalten, dass das Kulturgut bewahrt wird und den Menschen zeigt, wie die Nutzung eines Moores in der Vergangenheit aussah. Auch die alte und noch funktionstüchtige Diesellok könne aufpoliert werden, so dass rund 60 Personen pro Zug in die Moorlandschaft hineinfahren könnten. „Als Ziel stelle ich mir einen Aussichtsturm vor, von dem aus man die wunderschöne Moorlandschaft bestaunen und die Natur auf sich wirken lassen kann“, schwärmt Neelsen. Auch die Tiervielfalt sei beeindruckend und es ließen sich tolle Beobachtungen machen.

Seit fünf Jahren besteht dieser Traum, bald könnte er Wirklichkeit werden. Die neue Eler-Förderperiode (Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung ländlicher Räume) steht in den Startlöchern (wir berichteten) und laut Achim Neelsen, „sei das Torfwerk ein förderungsfähiges Projekt“. „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich hier etwas bewegt“, sagt Neelsen, „aber die Leute müssen erkennen, dass es ein touristisches Highlight ist.“ Das Potenzial sei allemal vorhanden, auch schulisch. Dass sich in fünf Jahren nichts verändert habe, liege am Geld und an planungsrechtlichen Gründen. „An so einem Projekt hängt natürlich vieles dran“, sagt Neelsen, „so einfach wie man sich das vorstellt, ist das sicherlich nicht, aber es wäre unglaublich schade, wenn hier nichts passiert.“ Seiner Meinung nach ist „der Umbau ein Leuchtturm-Projekt, das jeden Touristen mitten ins Herz trifft.“

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