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1. Basketball-Regionalliga : Ein starker Typ: Basylev nimmt ungeliebte Rolle an

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Basketballer der Rendsburg Twisters ist seit dieser Saison in der Defensive gefordert.

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 06:10 Uhr

Als Dietrich Basylev im Sommer 2012 zu den Rendsburg Twisters kam, hatte er klare Vorstellungen. „Spätestens in zwei Jahren wollen wir aufsteigen“, hatte er im Zuge seines Wechsels nach Rendsburg verkündet. Und der Plan ging voll auf. Mittlerweile spielt er mit seiner Mannschaft in der 1. Basketball-Regionalliga. Insbesondere seine Vielseitigkeit hob Trainer Bjarne Homfeldt seinerzeit hervor. Genau diese Qualität des 1,92 Meter großen Flügelspielers, den alle nur „Dimi“ nennen, wird ihm jetzt zum Verhängnis und zwingt ihn in dieser Spielzeit in eine ungeliebte Rolle.

Im Jahr eins nach seinem Wechsel aus Itzehoe in die Kanalstadt löste er den Platzhirsch auf der Aufbauposition, Ramin Büttner, ab. In der überragenden Aufstiegssaison musste er die Rolle des Spielmachers dem US-Import Devon Atkinson überlassen. Für Basylev alles andere als ein Problem. Denn von der uneigennützigen Spielweise Atkinsons profitierte auch er selbst. Er rückte wieder auf seine angestammte Position auf den Flügel, wo er als Schütze von außen dem Team half – 7,09 Punkte steuerte er pro Spiel bei und leistete somit seinen Beitrag zum Aufstieg. In der laufenden Saison musste sich Basylev nicht nur an die raue Luft der 1. Regionalliga gewöhnen, sondern sich abermals mit einer neuen Rolle anfreunden, eine die ihm bis heute nicht wirklich zusagt. Das Spielsystem im Angriff der Twisters hat sich durch die Verpflichtung des bulligen Kanadiers Eric Kibi und des geschmeidigen Top-Scorers Peter Marcic verändert. Die Spielzüge laufen deutlich seltener über den 21-Jährigen. Ein Umstand, der es Basylev zunächst schwierig machte, an die guten Leistungen des Vorjahres anzuknüpfen. Mit aktuell 2,1 Punkten pro Spiel liegt sein Wert deutlich unter dem, was er in der Vergangenheit gewohnt war. „Ich kann nicht behaupten, dass mir das höllisch viel Spaß macht“, erklärt Basylev erfrischend ehrlich.

Aber um persönliche Befindlichkeiten gehe es nicht. „Unsere Offensive läuft in diesem Jahr eben anders als zuletzt. Aber ich bin nicht der Typ, der sich darüber beschwert. Es geht um den Erfolg des Teams. Wir wollen nicht absteigen, und dabei befinden wir uns auf einem sehr guten Weg“, sagt er.

So selten Basylev einen entscheidenden Faktor im Angriff darstellt, so wichtig sind seine Qualitäten in der Defensive. „Ein guter Angreifer bekommt immer schnell Anerkennung. Was Dimi in vielen Spielen in der Verteidigung leistet, ist herausragend, taucht aber leider in keiner Statistik auf“, sagte unlängst Bjarne Homfeldt über ihn. Regelmäßig obliegt ihm, gemeinsam mit Morris Brodersen, die Aufgabe, den stärksten Offensivspieler des Gegners auszuschalten. Das gelang ihm im Verlauf der Serie immer besser. Und wenn es dann besonders gut gelingt, so wie am vergangenen Sonnabend beim Sieg in Königs Wusterhausen, verbucht das auch der Teamspieler Basylev als einen persönlichen Erfolg: „Daraus zieht man natürlich Motivation.“

Die Einsicht, für das Team auch eine ungeliebte Rolle zu übernehmen, speist sich auch aus seiner Tätigkeit als Trainer. Basylev ist seit zwei Jahren Coach der Oberliga-Mannschaft des BBC und hat im vergangenen Sommer seine B-Lizenz gemacht. Er weiß, dass Trainer Entscheidungen treffen müssen, die nicht immer dem Einzelnen, sondern dem gesamten Team helfen. Zugleich sieht sich Basylev dadurch in der Rolle als Vorbild. „Meine Jungs schauen zu, wenn ich spiele oder ich spiele teilweise sogar mit ihnen zusammen. Da kann ich nicht anfangen herum zu meckern“, findet er. Als Coach formuliert er ähnliche Ziele, wie damals, als er als Spieler zum BBC wechselte: „Wir wollen in diesem Jahr mit der U19 in die Nachwuchs-Bundesliga aufsteigen. Das wäre super für den Verein und auch für mich. Dann steht man ganz anders im Fokus.“ Ob er neben seinem Studium dann sein Spieler- und Trainerdasein auf so hoher Ebene fortsetzen kann, wird sich zeigen. Einen Schwerpunkt will er im Moment noch nicht setzen. „Das ist noch Zukunftsmusik“, sagt er.

Eines aber ist sicher. In den kommenden zwei Jahren wird er dem BBC Rendsburg erhalten bleiben – egal in welcher Rolle.

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