Verwirrende Beschilderung : Ein Schild zu wenig? Ärger um Blitzer in Rendsburg-Süd

Teure Fotos:  Fahrer, die aus der Kanalallee auf die Itzehoer Chaussee einbiegen, geraten in die Radarfalle, obwohl sie keine Geschwindigkeitsbegrenzung sehen konnten.
Teure Fotos: Fahrer, die aus der Kanalallee auf die Itzehoer Chaussee einbiegen, geraten in die Radarfalle, obwohl sie keine Geschwindigkeitsbegrenzung sehen konnten.

Rentner wurde in der Itzehoer Chaussee geblitzt. Ihm geht es nicht um das Bußgeld, sondern er prangert die uneinheitliche Beschilderung an.

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11. Juli 2014, 13:07 Uhr

Schnappt die Radarfalle zu, ist der Ärger groß. Insbesondere dann, wenn einem gar nicht bewusst war, sich in einem geschwindigkeitsbeschränkten Bereich zu befinden. In Rendsburg-Süd scheint das ein Problem zu sein. Aus der Kanalallee kommende Autofahrer laufen Gefahr, auf der Itzehoer Straße geblitzt zu werden, weil an der Einmündung in die Itzehoer Chaussee ein entsprechendes Tempo-30-Schild fehlt (siehe Grafik).

Eine böse Falle – findet Rentner Werner Saß. Er wurde in der Itzehoer Chaussee geblitzt – und geht dagegen auch gar nicht vor. „Ich wollte den Strafzettel eigentlich sofort bezahlen – bis ich den Standort des Blitzers sah“, sagt er. „Da wurde ich stutzig.“ Es gehe ihm in keinster Weise um die 15 Euro Bußgeld. „Die habe ich längst bezahlt. Es geht ums Prinzip!“

Mit einigen Kollegen war der Rentner nach eigener Schilderung aus dem Grünen Kamp kommend in Richtung Itzehoer Chaussee unterwegs. In Höhe des Fußgängertunnels befindet sich ein Schild, das auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung hinweist. Erlaubt ist nur noch Tempo 30. In der darauffolgenden Kurve, kurz vor dem Marienweg, wurden von Saß und seinen Kollegen teure Fotos gemacht. 15 bis 20 Kilometer pro Stunde lagen die Verkehrsteilnehmer über dem Erlaubten. So weit, so teuer. Und berechtigt.

Doch ein paar Meter weiter folgte das nächste Fragezeichen. Zwar gibt es hinter der Einfahrt zum Marienweg ein Geschwindigkeitsschild – aber dieses gilt ausschließlich für Lkw-Fahrer. Autofahrer dürfen wieder Gas geben und auf 50 Stundenkilometer beschleunigen.

Saß: „ Ich dachte zunächst an die Fahrschule zurück, in der es immer hieß: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung muss nach einer Kreuzung wiederholt werden, sonst ist sie aufgehoben.“ Dass dies nicht ganz richtig sei, habe Saß inzwischen erklärt bekommen. „Die Mitarbeiter vom Ordnungsamt sagten mir, dass eine solche Begrenzung erst durch ein anderes Schild einer solchen Art aufgehoben werden könne.“ In diesem Fall also durch das Schild für Lkw kurz hinter dem Marienweg. Das sei schon irritierend, meinte Saß.

Seiner Meinung nach muss zumindest an der Einmündung Kanalallee mehr Klarheit her. Insbesondere da die Fahrer, die aus Westerrönfeld kommen, gar keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf ihrer Seite hätten. „Die können also einfach 50 Kilometer pro Stunde fahren oder wie?“, fragt sich Saß verdutzt.

Martin Schmedtje, Pressesprecher des Kreises Rendsburg-Eckernförde, meint dazu: „Ein solches Schild muss deutlich angeordnet sein und ist so lange gültig, bis es durch ein anderes aufgehoben wird – auch bei Zufahrtsstraßen oder Kreuzungen. Ansässigen Personen sollte die Verkehrslage sicherlich bekannt sein. Ortsfremde haben stets die Möglichkeit, ihren Irrtum darzulegen.“ Über eine Rücknahme des Knöllchens werde von Fall zu Fall entschieden.

Die Meinung von Werner Saß ist eindeutig: „Ich bin jahrelang professionell Fahrzeuge gefahren, aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen.“ Entweder müsse man die Schilder ändern oder ganz einfach an dieser Stelle keine Radarfalle mehr platzieren, fordert er.


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