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Neue Attraktion am kanal : Ein Schiffsbug als Aussichtsplattform

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Gemeinde Schacht-Audorf arbeitet an einem spektakulären Projekt zwischen dem Wohnmobilpark und dem Anleger der Kanalfähre Nobiskrug. Die Vorplanungen haben begonnen.

Eckard Reese steht auf der Böschung hoch über dem Nord-Ostsee-Kanal und hat eine Filmszene vor Augen. „Haben Sie ,Titanic‘ gesehen?“, fragt der Bürgermeister von Schacht-Audorf und beschreibt den Moment, als Jack (Leonardo DiCaprio) und Rose (Kate Winslet) ganz vorne am Bug des Schiffes stehen und sich dem Gefühl hingeben zu fliegen. „So wird man sich hier auch fühlen“, sagt Reese (62).

Seine Gemeinde plant nicht weniger als eines der spektakulärsten Bauprojekte in der jüngeren Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals. Bis 2016, so der Wunsch des Bürgermeisters, soll am Südufer des Kanals, zwischen dem Wohnmobilpark und dem Anleger der Kanalfähre Nobiskrug, eine einzigartige Aussichtsplattform entstehen. Erste Skizzen zeigen einen zehn Meter breiten Schiffsbug, der quer zur Fahrtrichtung etwa zwölf Meter aus der Böschung ragt. Wer sich – wie Kate Winslet – ganz vorne postiert, genießt einen Blick von der Eisenbahnhochbrücke bis zur Rader Hochbrücke. „Am gesamten Kanal gibt es nur wenige Stellen, an denen man so erhöht und gleichzeitig in der Außenkurve steht“, sagt Reese. Vorteil für Seh-Leute: Man kann die vorbeiziehenden Schiffe besonders lange verfolgen.

Die ersten Hürden hat das Projekt passiert. Die Gemeindevertretung habe dem Vorhaben im Grundsatz zugestimmt, erklärt Reese. Dennoch stehe man noch ganz am Anfang. Mit vielen Beteiligten müssten in den kommenden Wochen erst noch Gespräche geführt werden. Zum Beispiel mit den Verantwortlichen bei der Lürssen-Kröger Werft. Das Unternehmen aus dem Ort will den Schiffsbug aus Stahl fertigen. „Die Werft will das Projekt unterstützen“, freut sich Reese. Auch die für den Kanal zuständige Wasser- und Schifffahrtsverwaltung habe grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, berichtet der Verwaltungschef. Die Behörde habe hohe Ansprüche an die Sicherheit. „Zum Beispiel muss sichergestellt sein, dass wir keinen Hangrutsch provozieren.“

Bei der Finanzierung baut Schacht-Audorf auf EU-Fördermittel aus dem dem Topf der Aktivregion. Auch die Gebietsentwicklungsplanung (GEP) soll nach Möglichkeit beteiligt werden. Den voraussichtlichen Eigenanteil der Gemeinde schätzt Reese auf 300 000 Euro.

Im August hat der Bauausschuss der Gemeindevertretung empfohlen, ein Planungsbüro zu beauftragen. Bisher gibt es nur Skizzen aus der Hand von Hans Otto Gutknecht (67). Der Schacht-Audorfer, ein Tiefbauingenieur im Ruhestand, hatte die im Sinne des Wortes herausragende Idee zu der Aussichtsplattform. Der Schiffsbug ist für ihn auch „die Realisierung des Wappens der Gemeinde Schacht-Audorf“. Es zeigt unter anderem einen Schiffsrumpf von vorn. Der Bug in den Gutknecht-Zeichnungen ist bunt, er ähnelt den Aida-Schiffen – und das hat seinen Grund. Der Audorfer ist befreundet mit dem Künstler Feliks Büttner, der den Kreuzfahrtriesen den Kussmund gab. Ob diese Lackierung am Kanal verwirklicht wird, ist völlig offen. Man werde sich mit der Reederei aber auf jeden Fall in Verbindung setzen, um Möglichkeiten auszuloten, so Reese.

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erstellt am 09.Sep.2014 | 17:28 Uhr

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