zur Navigation springen

Tankstellenüberfall : Ein Raub aus Frust und Geldnot

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Schöffengericht verurteilte einen 26-jährigen Rendsburger wegen eines Tankstellenüberfalls zu einer Bewährungsstrafe. Außerdem muss er 150 Sozialstunden leisten. Der Täter legte ein Geständnis ab.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Er überfiel die Aral-Tankstelle in der Fockbeker Chaussee am 1. Oktober 2013 und bedrohte den Angestellten mit einem Messer. Gestern verurteilte das Amtsgericht einen 26-jährigen Rendsburger wegen schweren Raubes zu zwei Jahren auf Bewährung und 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Die Idee zum Raub sei ihm spontan bei einem Abendspaziergang mit dem Hund einer Freundin gekommen, berichtet der Angeklagte. Er sei verzweifelt gewesen: „Ich habe meine Lehrstelle verloren, meine Freundin war weg und ich hatte seit drei Tagen nichts gegessen. Ich habe es als letzte Lösung gesehen“, so der Rendsburger. Daraufhin habe er den Hund weggebracht und sich aus seiner Wohnung ein Handtuch und ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge geholt. Vermummt mit Baseballcap, Kapuze und Handtuch betrat er gegen 21.30 Uhr den Verkaufsraum der Tankstelle.

Der junge Mann drängte den Angestellten hinter den Tresen, bedrohte ihn mit dem Messer und forderte, die Kassen zu öffnen. Mit 1385 Euro Bargeld flüchtete der Täter Richtung Fockbek. Er kam jedoch nicht weit. Die Polizei griff ihn in einer Nebenstraße der Fockbeker Chaussee auf und stellte das Geld und die Waffe beim Angeklagten sicher.

Der junge Rendsburger war geständig und entschuldigte sich: „Ich bedaure die Tat sehr. Ich wollte nie jemanden verletzten.“ Er gab an, mittlerweile Hilfe bei der Diakonie und der Stadt gesucht zu haben. Das Arbeitsamt helfe ihm bei der Wohnungs- und Jobsuche. „Es geht bergauf“, sagte der Angeklagte. „Die Nacht in der Zelle war ein einschneidendes Erlebnis, das muss ich nicht noch einmal haben.“

Die Staatsanwältin erkannte die Bemühungen des Angeklagten um Wohnung und Arbeit an: „Er hat sich nach dem Vorfall gefangen.“ Deswegen plädierte sie beim Raub auf einen minderschweren Fall, da der Rendsburger die Tat einräumte und diese bereute. Außerdem konnte das erbeutete Geld an seine Eigentümer zurückgegeben werden. Die Staatsanwältin forderte daher, den Angeklagten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung zu verurteilen. Zudem solle er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und einen Bewährungshelfer zur Seite gestellt bekommen.

Die Richterin und die beiden Schöffen folgten dem Antrag. „Sie haben zu ihrer Tat gestanden und nicht versucht, sie schön zu reden“, erklärte die Richterin. Allerdings bezweifelte sie die Spontaneität der Tat und rief noch einmal die Schwere des Raubes in Erinnerung. „Der Mitarbeiter, den sie bedroht haben, musste erhebliche Ängste ausstehen.“

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert