Ein Radweg, der keiner ist

An der L 42 zwischen Borgstedt und Sehestedt wirds gefährlich

shz.de von
17. Juli 2012, 06:44 Uhr

Sehestedt | "Lebensgefährlich" für Radfahrer ist der Weg zwischen Sehestedt und Borgstedt, stellt Dieter Weller (75) fest. Der Rentner aus Bünsdorf steigt mehrfach in der Woche auf das Rad und bedauert, diese Strecke meiden zu müssen. "Es ist so eine schöne Verbindung, aber leider kann man dort nicht fahren, weil der Weg zuwächst und viel zu eng ist. Wenn einem jemand entgegenkommt, muss man absteigen. Durch den neuen Streifen ist eine Kante entstanden. Deshalb kann man sehr leicht stürzen."

Im Februar vergangenen Jahres war der Radweg zwischen Sehestedt und Borgstedt verbreitert worden. Dabei wurde der Abschnitt eher verschlimmbessert. Aus der Naht zwischen dem alten Weg und dem neuen rund 40 Zentimeter breiten Streifen sprießt das Unkraut, der Asphalt sackt teilweise ab und ist dadurch gerissen. Unebenheiten sind die Folge. Häufig werde er von Radfahrern nach dem Weg zum Kanal gefragt, berichtet Weller. Die Strecke an der Landesstraße 42 empfehle er nicht: "Ich schicke alle nach Schirnau."

Verbreitert worden sei der Weg, damit er von einem Fahrzeug genutzt werden könne, um die Bankette zu mähen, sagte Matthias Paraknewitz, Leiter de Niederlassung Rendsburg des Landesbetriebes für Straßenbau. "Wir haben mit den Gemeinden vereinbart, dass sie sich um das Mähen kümmern. Wir übernehmen das nur ein- bis zweimal im Jahr."

Und genau damit gebe es jetzt ein Problem, berichtet Günter Draheim, Fachdienstleiter der Ordnungs- und Bauverwaltung im Amt Hüttener Berge. Es sei schwierig, eine Firma zu finden, die den Weg mit dieser Naht mähen kann, und nicht nur an den beiden Außenkanten. "Wir haben eine Preisanfrage gestartet", sobald die ausgewertet sei, werde schnell entschieden werden, wer das Mähen übernimmt.

Doch wer zahlt das? Sehe stedts Bürgermeisterin Rita Koop ist empört: "Der Weg ist so schlecht. Wir haben gesagt, dass wir die Kosten der Pflege tragen, aber so nehmen wir den Weg nicht ab. Die Radfahrer benutzen schon die Straße. Da sind Unfälle vorprogrammiert."

Die Radfahrer müssen den Weg jedoch nicht nutzen, sie dürfen auch auf der Straße fahren. "2005 ist der Radweg entwidmet worden", berichtet Draheim. Geplant sei gewesen, eine Decke über die gesamte Breite zu ziehen. Doch dazu erklärt Paraknewitz: "Wir haben keine finanziellen Möglichkeiten. Mit diesem Zustand müssen wir uns in den nächsten Jahren arrangieren."

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