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Ein Paradebeispiel für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neuer Knick ist die erste Biotopmaßnahme aus dem Artenschutzkatalog

Ein 200 Meter langer Knick in Sichtweite der Bundesstraße 430 ist die erste Biotopmaßnahme aus dem vom Naturschutzring Aukrug gemanagten Artenschutzkatalog „Für Mensch, Natur und Landschaft“, die in diesem Jahr verwirklicht werden konnte. Nach den erfolgreich abgeschlossenen Baggerarbeiten folgt im Frühjahr noch die Bepflanzung mit Gehölzen und Sträuchern – und dann kann sich der Knick zu einem Lebensraum für diverse Vogel- und Insektenarten entwickeln.

Der neue Knick in Aukrug-Bünzen ist ein Paradebeispiel dafür, wie Naturschutz mit dem Artenschutzkatalog funktioniert: Ein Landwirt gibt sein Okay für eine Biotopmaßnahme seiner Wahl und kann sich dann ganz entspannt zurücklehnen, denn der Naturschutzring Aukrug kümmert sich um die Finanzierung sowie die Ausschreibung der erforderlichen Arbeiten.

Beim neuen Knick wurden die Baggerarbeiten von einem Lohnunternehmen aus Sarlhusen erledigt, und das Geld dafür kam aus Ausgleichsmitteln der Kreises Rendsburg-Eckernförde. Der neue Knick in der Nähe der B 430 ist ein wertvoller Gewinn für die Fauna und Flora der Region. „Der Knick grenzt ein Stück Dauergrünland mit Obstbäumen ab gegen eine intensiv genutzte Ackerfläche, und darüber hinaus verbindet der neue Wall die schon bestehenden Knicks mit einem hier befindlichen Feldgehölz“, erläutert Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Zander, „das ist für viele Tiere interessant, die von Knick zu Knick wandern und sich Nahrung auf der benachbarten Grünlandfläche suchen können.“

Was für Tierarten werden hier einen neuen Lebensraum finden, wenn der neue Wall im Frühjahr mit dem Anpflanzen von knicktypischen Gehölzen und Sträuchern vollendet wird? „Vögel wie die Goldammer oder die Dorngrasmücke“, weiß der Ornithologe Niklas Zander, „Haselmäuse könnten sich hier ansiedeln, und so ein Knick eignet sich auch für Laufkäfer als Rückzugsort.“

Vor anderthalb Jahren wurde das Projektgebiet für den vom Naturschutzring Aukrug gemanagten Artenschutzkatalog deutlich ausgeweitet. Landeigentümer und Landbewirtschafter im südlichen Kreis Rendsburg-Eckernförde (bis zur A  7) und im gesamten Kreis Steinburg haben nun die Gelegenheit, mithilfe des Naturschutzrings geförderten Vertragsnaturschutz zu vereinbaren oder Zuschüsse für einzelne Biotopmaßnahmen zu beantragen. Ein Angebot, das im vergangenen Jahr 68 unterschiedliche Landwirte genutzt haben.

Mehr als 100 Naturschutzmaßnahmen konnten auf diese Weise realisiert werden, unter anderem neue Obstwiesen, Gewässer, Knicks, Flächenextensivierungen, Bienenweiden, Stoppelbrachen und artenreiches Grünland. Der Naturschutzring machte die dafür erforderlichen Fördermittel locker: beim Land Schleswig-Holstein, bei der EU oder auch – wie im Fall des
ersten Knicks im neuen Jahr – beim Kreis Rendsburg-Eckernförde.  

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erstellt am 15.Feb.2017 | 14:00 Uhr

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