Handball-Oberliga : Ein paar Fehler zu viel

Wo ist die Lücke? Mit einem dichten Defensivverbund stellten die Hamburger den Rückraum der HSG um Spielmacher Jörg Gosch (beim Wurf) immer wieder vor Probleme.
Wo ist die Lücke? Mit einem dichten Defensivverbund stellten die Hamburger den Rückraum der HSG um Spielmacher Jörg Gosch (beim Wurf) immer wieder vor Probleme.

Die HSG Eider Harde unterliegt der HG Hamburg-Barmbek mit 26:30.

shz.de von
06. Oktober 2014, 06:00 Uhr

Dieses Mal beklagte man im Lager der HSG Eider Harde gar nicht erst die fehlende Zuneigung von Glücksgöttin Fortuna. Hatte man beim Tabellenletzten der Handball-Oberliga nach drei äußerst knappen Niederlagen und einem Remis zuvor stets Pech als entscheidenden Faktor für den ausbleibenden Erfolg angesehen, so fiel die Analyse von Trainer Christian Gosch nach dem 26:30 (11:12) in eigener Halle gegen die HG Hamburg-Barmbek ernüchternd aus. „So wird es für uns ganz schwer die Klasse zu halten. Wir haben heute einfach ein paar Fehler zu viel gemacht. Und das wird von einer Mannschaft wie Hamburg-Barmbek gnadenlos bestraft.“

Mehr als die Hälfte aller Angriffe der Gastgeber (54) mündeten in Fehlpässen, Fehlwürfen oder technischen Fehlern. „Ich kann den Jungs noch nicht einmal einen Vorwurf machen“, meinte Gosch mit Blick auf das ihm zur Verfügung stehende Personal. Schon in ihrem ersten Herrenjahr müssen Akteure wie Jannik Oettershagen oder Jannek Brown die Hauptlast im HSG-Spiel tragen. Gosch: „Damit sind sie bisweilen überfordert. Mir wäre es ja auch lieber, unsere Youngster könnten sich in aller Ruhe entwickeln. Aber das geht leider nicht.“ Gosch sah trotz der vierten Niederlage im fünften Spiel aber auch wieder positive Ansätze. „Die Mannschaft lebt, sie kämpft, sie gibt nie auf, sie glaubt trotz aller Rückschläge immer an sich.“

Als Beleg dafür darf die Schlussphase der ersten Hälfte herhalten. Andere Mannschaften wären nach dem 7:12-Rückstand (25.) vielleicht vollends eingebrochen, die HSG kämpfte sich indes bis zum Pausenpfiff auf 11:12 heran. Gosch: „Da hat man das Potenzial der Mannschaft gesehen. Leider fehlt uns über 60 Minuten die Konstanz.“ In der Schlussphase der zweiten Hälfte konnten sich die Gastgeber eben nicht noch einmal zu so einem Kraftakt aufraffen. Nachdem es bis zum 22:23 (49.) Tor um Tor ging – mal führte die HSG, mal Hamburg-Barmbek – kippte die Partie in den letzten zehn Minuten zugunsten der Gäste, die die sich häufenden Ballverluste der HSG in einfache Gegenstoßtore ummünzten. Spätestens nach dem 28:23 von Henning Mauer fünf Minuten vor dem Abpfiff war das Spiel entschieden. „Schade, gegen diesen Gegner wäre mehr drin gewesen“, meinte Gosch, der die Lage nach der erneuten Niederlage und dem Verbleib auf dem letzten Tabellenplatz nicht zu sehr dramatisieren wollte. „Sicherlich ist es nicht schön. Aber die anderen Teams unten verlieren zum Glück auch in aller Regelmäßigkeit. Ein Sieg und schon sieht das viel positiver aus. Vielleicht gelingt uns ja am nächsten Wochenende beim VfL Bad Schwartau II eine Überraschung.“ Dafür muss dann die Fehlerquote reduziert werden.

HSG Eider Harde: Dobratz (1.-39., 55.-60.), Treziak (39.-55.) – Kuhrt (3), Oettershagen (2), Böhrnsen, Hell (1), Bendixen (3), Petersen, Plöhn (3), Brown (2), J. Gosch (9/7), Meyer (3), Ketelsen.

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