Brutsaison : Ein neues Nest für Meister Adebar

Vom Hubsteiger aus wurde die Unterkonstruktion für das Nest an der Spitze des stillgelegten Schornsteins befestigt.
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Vom Hubsteiger aus wurde die Unterkonstruktion für das Nest an der Spitze des stillgelegten Schornsteins befestigt.

„Storchi“ kann kommen: Naturschützer bauen dem Stadtstorch einen Nistplatz

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22. März 2018, 11:10 Uhr

Rendsburg | Ein alter Schornstein an der Fockbecker Chaussee in Rendsburg hat sich in den vergangenen drei Jahren zum Anziehungspunkt für Weißstörche entwickelt. Anwohner und Mitglieder der Ortsgruppe Rendsburg des Naturschutzbundes (Nabu) konnten oftmals einen einzigen Vogel und in den vergangenen beiden Jahren auch ein Pärchen dort beobachten. „Storchi“ wurde der fliegende Neubürger liebevoll genannt.

„Schon früher haben an dieser Stelle Weißstörche gebrütet“, erinnert sich Horst Blenckner, stellvertretender Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe. Um Adebar für die bevorstehende Brutsaison wieder eine adäquate Behausung zur Verfügung zu stellen, haben die Naturfreunde zu Wochenbeginn ein neues Nest samt Unterkonstruktion auf dem Schornstein einer ehemaligen Wäscherei installiert. Die Idee hatte Silke Rueß, die ebenfalls Mitglied im Nabu ist und aktiv etwas für die Störche unternehmen wollte. „Dafür stehen wir natürlich gerne bereit“, sagte Blenckner sofort Hilfe zu.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Hans Frahm begutachtete er die Gegebenheiten vor Ort und organisierte den Kontakt zu Schmiedemeister Thomas Wriedt von der Neuwerker Schmiede. Der Fachmann für das Schwermetall und die Naturschützer waren sich schnell über das weitere Vorgehen einig: „Um das Nest später auch sicher zu verankern, war eine Unterkonstruktion aus Eisen notwendig.“ Auch Gebäudeeigentümer Jochen Wande sei sofort Feuer und Flamme für das Projekt gewesen, berichtet Blenckner der LZ.

Am Montagmorgen war es dann endlich soweit. Mit einem geliehenen Hubsteiger wurden zunächst das Eisengerüst und danach eine Holzpalette auf dem Schornstein angebracht. Stück für Stück entstand unter den wachsamen Augen der Nabu-Mitglieder Anita Clausen, Hans Frahm und Horst Blenckner die Basis für Adebars neue Behausung. Doch damit war das Nest noch nicht fertig. „Den Kranz aus Reisig haben wir gesondert aus Bergenhusen geholt.“ Nun fehlte laut Blenckner noch das für den Storch vorgefertigte Nistmaterial. Schließlich wurde mit Mulch und Holzspänen noch eine geeignete Mulde zum Nisten für die Störche ausgepolstert. „Mit Begutachtung, Planung und Durchführung der Aktion haben wir nun drei Wochen verbracht“, zeigte sich Horst Blenckner stolz auf die gemeinsame Aktion, die dem Artenschutz dienen soll. „Ohne die Spenden hätten wir das kaum stemmen können.“ Sowohl Schmiedemeister Wriedt als auch das Unternehmen „H & M-Arbeitsbühnen“ stellten der Nabu-Ortsgruppe kostenlos Material und Arbeitskraft zur Verfügung. Nun wünschen sich Blenckner und seine Mitstreiter eine baldige Rückkehr der Rendsburger Störche. Und sie hoffen, dass diese ihr neues Nest auch annehmen werden.

Nabu Rendsburg

Neben der Nisthilfe für Weißstörche in Rendsburg-Waldlust ist die Rendsburger Nabu-Ortsgruppe auch auf anderen Feldern aktiv: > Vogelwanderung im Wilden Moor (1. Mai),

 > Kontrolle von Nistkästen für Kleinvögel im Gerhardshain und auf den städtischen Friedhöfen, > Erfassung der Brutvögel und Kartierung der Pflanzenvorkommen an der Wehrau in Osterrönfeld. Weitere Infos:   www.nabu-rendsburg.de

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