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Landeszeitung

17. Oktober 2017 | 08:15 Uhr

Handball : Ein missratener Abend

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die HSG Hohn/Elsdorf verliert gegen Hürup 30:40 und Lorenz Plöhn durch Verletzung.

Thies Schmalfeld musste seiner Wut nach dem Abpfiff erst einmal Luft machen. Zornig ging der Trainer der HSG Hohn/Elsdorf zum Schiedsrichterbeobachter, wo er sich über die Unparteiischen empörte, die gerade die Partie seines Teams in der Handball-Oberliga der Männer gegen den TSV Hürup mehr schlecht als recht hinter sich gebracht hatten. „Vor allem die Stürmerfoulentscheidungen waren nicht nachvollziehbar“, ärgerte sich Schmalfeld.

Jedoch: Dass die Gastgeber mit 30:40 (17:19) verloren, lag trotz vieler Fehlentscheidungen auf beiden Seiten nicht an den Männern mit den Pfeifen. Die leisteten sich ihren größten Lapsus sogar zu Gunsten der Hohner, als sie Patrick Möller in der 51. Minute seine dritte Zeitstrafe gaben, ihn allerdings dafür trotz Einwänden des Kampfgerichts nicht des Feldes verwiesen. In einer knapperen Partie hätte man auf die Reaktion der Hüruper gespannt sein dürfen, denn Möller war einer der besten HSG-Spieler und erzielte nach seiner „Hinausstellung“ sogar noch einen Treffer. Aber es war keine knappe Partie, zumindest nicht in der zweiten Halbzeit. Der TSV Hürup war spielerisch stärker, körperlich überlegen und konsequenter im Abschluss. Außerdem verfügte er über einen überragenden Mittelmann Kay Blasczyk, der Dreh- und Angelpunkt der Gäste war, hervorragend Kreisläufer Phillip Hinrichsen (12 Tore) in Szene setzte und nebenbei selbst mehrfach und sehenswert traf. An fünf Toren des schnellen 2:6 (9.) war er direkt und indirekt beteiligt. Die 320 Zuschauer beschlich die Befürchtung, es könne eine eindeutige Sache werden, doch zunächst wurde es spannend. Irgendwie schaffte es die HSG, immer häufiger das Abwehrbollwerk der Hüruper zu überwinden und hinten nicht immer Tore zuzulassen. Beteiligt waren daran auch die Torhüter. Während Gerald Dobratz stark hielt, gelang das den Hüruper Keepern nicht. Tempogegenstöße und beherzte Würfe vor allem von Patrick Möller sorgten für den Ausgleich in der 22. Minute (12:12), Lorenz Plöhn traf sogar zur 15:14-Führung (23.).

Die Halle tobte und freute sich über ein Missgeschick der Unparteiischen. Nach einem ins Aus abgefälschten Stemmwurf des guten Christopher Goetzin entschied der Feldschiedsrichter auf Abwurf, Hürup startete nach vorn, doch der Torschiedsrichter ließ Hohn, nun völlig unbedrängt, die Ecke ausführen und Möller erzielte das 17:15 (27.). Hiermit endetet die Glanzzeit der HSG, die noch vor der Pause mit zwei Toren wieder in Rückstand geriet.

Zur zweiten Halbzeit wurde Blasczyk in Manndeckung genommen – ohne Erfolg. Fünf „Assists“ des Mittelmanns später feierte Hürups Kreisläufer sein achtes Tor und das vorentscheidende 19:25 (38.). Über 31:25 (45.) zogen die Gäste auf 40:30 davon. „Hürup war einfach besser, das ist eine Mannschaft, die um den Titel mitspielen kann“, gestand Schmalfeld ein, dessen Ärger über die Schiedsrichter schnell der Sorge um Lorenz Plöhn wich. Der Linksaußen musste mit einer Daumenverletzung vom Feld und noch am Abend gab es die schlimme Diagnose: Trümmerbruch. Damit war der Abend der HSG vollständig missraten.

HSG Hohn/Elsdorf: Dobratz, Sa. Bendixen – Thöming (3), Möller (9), Oeltjen (4), Hohnsbehn (4), Küch, Reinsch, Brown, Petersen (1), Katzmann, Plöhn (4), Gosch (4), Goetzin (2).

 

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