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Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde : Ein Meisterschuss sicherte ihm die Königswürde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Aus einer Entfernung von 100 Metern traf Walther Schmielewski gestern genau ins Schwarze.

shz.de von
erstellt am 02.Jun.2015 | 10:17 Uhr

Besser kann man nicht schießen: Aus einer Entfernung von 100 Metern traf Walther Schmielewski gestern genau ins Schwarze. Erster Ältermann Norbert Klause hielt die Zielscheibe wie einen Beweis empor, als er im Schützengrund kurz nach 20 Uhr die offizielle Proklamation vornahm. Der 59-jährige Schmielewski ist seitdem neuer König der Neuwerker Scheiben-Schützen-Gilde, ihm zur Seite steht seine Frau Maren (58). Die neue Majestät geht in die Gilde-Geschichte als „Walther der Fürsorgliche ein.

Mit klassischen Vorderladern hatten die Gildebrüder auf die Zielscheibe angelegt. Die Ehre des ersten Schusses – der traditionelle Schuss für den Bundespräsidenten – war dem Honorarkonsul der Niederlande, Dr. Ernst Joachim Fürsen, zuteil geworden. Dann durfte jeder Gildebruder seine Schießkünste unter Beweis stellen. Am Schluss sichtete eine Kommission die Ergebnisse.

Am Vormittag war die Gilde im Conventgarten zum Gildefrühstück zusammengekommen. Hier sprach der scheidende König Robert Mandic seine Abschiedsworte. Es sei für ihn eine große Ehre gewesen, Majestät der Gilde zu sein. Und mit einem Schmunzeln fügte er hinzu: „Wie oft im Leben bekommt man schon mal die Chance darauf, König genannt zu werden?“

Die Festrede hielt Jürgen Muhl, stellvertretender Chefredakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags und früherer Redaktionsleiter der Landeszeitung. Er prangerte den Stillstand an, der Teile der Stadt ergriffen habe. Ob Kanaltunnel, Hertie oder Obereiderhafen – nirgendwo gehe es spürbar voran. Die Gilde rief er dazu auf, sich stärker einzumischen, wenn die Politik nicht mehr weiterkomme. Als positives Zeichen wertete Muhl den Plan von Mitgliedern der Altstädter Vogelschützengilde, den „Landsknecht“ zu kaufen und dort zu investieren: „Das zeigt, dass Gildebrüder sich Gedanken über die kaum noch vorhandene Attraktivität der Innenstadt machen.“ Dass die Entwicklung der Innenstadt nicht mit dem nötigen Nachdruck betrieben wird, lastete Muhl der Verwaltung an, die sich offenbar auf andere Dinge konzentriert, etwa auf die unklare Parksituation am Paradeplatz. Dazu sagte der Journalist: „Die städtische Ordnungsbehörde arbeitet kleinkariert und oberlehrerhaft.“

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