Faustball : Ein kurzes Comeback und ein ungewolltes Debüt

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In der Faustball-Bundesliga gab es für die Frauen des TSV Schülp eine Niederlage (1:3 gegen MTSV Selsingen) und einen Sieg (3:2 gegen VfK 01 Berlin). Pech hatte Jennifer Wöhlk. Sie brach sich bereits nach drei Minuten einen Finger.

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19. Juni 2014, 06:00 Uhr

Am Tag nach einem kuriosen Spieltag in der Faustball-Bundesliga der Damen konnte Rouven Schönwandt schon wieder lachen. Doch es brauchte eine ganze Weile, ehe der Trainer des TSV Schülp die tragisch komischen Szenen auf dem Sportplatz des MTSV Selsingen verarbeitet hatte. „Das war ein Spieltag, an den wir uns noch lange zurück erinnern werden“, sagte Schönwandt rückblickend. Und daran waren weniger die Ergebnisse Schuld – gegen den MTSV Selsingen gab es eine 1:3-Niederlage, gegen den VfK 01 Berlin einen 3:2-Sieg – als vielmehr die Begleitumstände.

Vor allem Jennifer Wöhlk dürfte ungut an diesen Tag zurück denken. Mit „extrem viel Einsatz und Fleiß“, wie der Coach berichtete, hatte sich Wöhlk in den letzten Wochen nach der Geburt ihres Sohnes wieder an die alte Form herangearbeitet „und war nun leistungsmäßig auch wieder voll in der Mannschaft angekommen“, so Schönwandt weiter. Doch das Comeback der 30-Jährigen sollte ganze drei Minuten dauern. Bei einer Abwehraktion gab der weiche Selsinger Boden nicht nach. Wöhlks Mittelhand am dritten Finger indes schon – der Finger war gebrochen. „Statt mit einem Pokal ,Beste faustballspielende Mutti des Tages’ kehrte sie mit viel Frust und einem dick bandagierten Arm aus dem Krankenhaus zurück“, meinte Schönwandt sarkastisch. Nach der Operation am morgigen Freitag wird der Arm erst einmal für sechs Wochen stillgelegt.

Nicht sechs Wochen, sondern nur neun Sätze hatte der Rest des Teams unter der Situation zu leiden. Wöhlk war für Nora Auffahrt (Exkursion) in die Mannschaft gerückt, Anne Tiedtke stand nach einem Reitunfall 14 Tage zuvor ebenfalls nicht zur Verfügung. Und so wurde die erste 14-jährige Hilke Rennekamp ins kalte Wasser geschmissen. Doch gegen den bislang ungeschlagenen MTSV Selsingen war es weniger das Nachwuchstalent, das Fehler zuhauf produzierte, als vielmehr die erfahrenen Spielerinnen. „Einige waren so von der Rolle, dass die Zuspiele nicht kamen und die Bälle kreuz und quer über das Feld gebolzt wurden“, berichtete Schönwandt. So hatte der favorisierte Gastgeber leichtes Spiel, gewann die ersten beiden Sätze mit 11:1 und 11:2. Im dritten Durchgang fanden die Schülperinnen allmählich wieder zu ihrer Form und holten sich den Satz mit 12:10. Auch im vierten Satz hielten die TSV-Mädchen lange mit, mussten sich aber mit 8:11 geschlagen geben.

Mit neuer Taktik ging es dann in das Match gegen den VfK 01 Berlin – und es sollte ein Krimi werden. Nach gutem Beginn verloren die Schülperinnen immer mehr den Faden, weil die Berlinerinnen die Bälle immer wieder auf die unerfahrene Rennekamp schlugen. Doch die Jüngste machte ihre Sache gut und hatte ihren Anteil, dass sich die TSV-Mädchen nach dem glücklichen und hart erkämpften 3:2-Sieg in den Armen lagen. Schönwandt: „Spielerisch war es natürlich eine mittelschwere Katastrophe, aber es ist gut zu sehen, dass die Mädchen in dieser besonderen Situation alles aus sich herausgeholt haben.“


TSV Schülp: Tritt, Kowalczyk, Bergmann, Reimers, Rennekamp, Wöhlk.

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