Ein Kunst-Tor aus Beton

Ein gigantisches Tor: 13 Meter hoch ist die Skulptur. Foto: sopha
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Ein gigantisches Tor: 13 Meter hoch ist die Skulptur. Foto: sopha

Rendsburger Unternehmer errichten Lundberg-Skulptur auf dem Carlshütten-Gelände

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20. Mai 2011, 08:03 Uhr

Büdelsdorf | Gut Ding will Weile haben. Im vergangenen Frühjahr arbeitete der schwedisch-amerikanische Künstler Peter Lundberg am Ahlmannkai. Das Ergebnis waren eine rote und eine weiße riesige Beton-Skulptur. Zur Nord Art 2010 waren sie noch nicht zu bewundern. Doch eine davon steht jetzt: 13 Meter hoch und 55 Tonnen schwer bildet sie ein gewaltiges Tor zwischen Rendsburg und Büdelsdorf, verbindet im "Kunstwerk Carlshütte" den Skulpturenpark mit der neuen shmf-Spielstätte.

"So ein monumentales Werk stellt man nicht alle Tage auf", konstatierte Nord Art-Kurator Wolfgang Gramm. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich gezeigt, dass die Betonwerke von Lundberg nicht mit herkömmlichen Maßstäben zu messen sind. Ein ganzes Team war nötig, um das helle Beton-Tor zu bewegen.

Architekt Helmut Hansen berechnete die Statik und sorgte für die Baugenehmigung. Als Männer vom Fach waren Stahlbauunternehmer Armin Hefner und Bauunternehmer Ralf Perske dabei, als ein 160-Tonnen- und ein 350-Tonnen-Kran das Monument an seinen Standplatz hievten. Das dauerte wie im vergangenen Jahr wieder länger als geplant. So musste beispielsweise in der Mitte eine Montagehilfe eingebaut werden, erklärt Architekt Hansen: Ein massives Stahlrohr, das verhindern sollte, dass die langen Streben - die aus der Ferne durchaus filigran wirken - brechen. "Das Rohr hat sich sogar ein wenig verbogen", macht Hansen deutlich, welche immensen Kräfte am Werke sind.

Immens war auch die Höhe der beiden Kräne: "Die hat man bestimmt bis Jevenstedt gesehen", kommentierte Hausherr und Haupt-Sponsor Hans-Julius Ahlmann (ACO) augenzwinkernd. Jedenfalls waren sie ein Blickfang und sorgten für neugierige Zuschauer. Auch das "Tor" wird allen Fahrern auf der Holler- und Brückenstraße signalisieren: Hier spielt die Kunst.

Skulpturen-Schöpfer Peter Lundberg ist jetzt auf dem Weg nach Rendsburg, um dann die Feinarbeiten zu erledigen. Überrascht wird er sicherlich sein über die Löcher von der Montagehilfe. Er wurde nämlich nicht gefragt - schließlich musste Wolfgang Gramm schnell eine Entscheidung treffen und dafür sorgen, dass nichts passieren kann. Von Weitem wird kaum etwas zu sehen sein. Vielleicht geht es den Betrachtern wie Hans-Julius Ahlmann: "Das sieht doch aus wie der Unterkiefer von Moby Dick", schmunzelte er zufrieden.

Die rote Acht von Peter Lundberg liegt noch am Ahlmannkai. Dort wird sie vielleicht auch aufgestellt - als eine Art Seezeichen, meint Wolfgang Gramm.

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