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Gartenglück : Ein Kräuterhügel für Seele und Sinne

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Garten der ehemaligen Pastorin Barbara Truckses in Kropp gedeihen seltene Kräuter und exotische Pflanzen. Das Wachsen, Blühen und Vergehen bestimmt ihren Tagesablauf und beeinflusst ihr Leben.

Akelei, Wicken, Clematis, Stockrosen, Flieder, Fingerhut, Mohnblumen, Walderdbeeren, Rhododendron, Kapuzinerkresse und vieles mehr zieren den über 1000 Quadratmeter großen Garten von Barbara Truckses, der ehemaligen Pastorin der Stiftung Diakoniewerk Kropp. Ihr ganzer Stolz ist ihr Kräuterhügel. Dort wachsen so ziemlich alle bekannten Gartenkräuter – von Basilikum bis Zitronenmelisse.

Seit 2009 ist Truckses im Ruhestand und geht – sofern es das Wetter erlaubt – jeden Tag in ihren Garten. Morgens macht sie einen ersten Rundgang mit der Kaffeetasse in der Hand. Und weil der Kaffee dabei kalt wird, erhält jeden Tag eine andere Pflanze den letzten Schluck. Vor dem Mittagessen schaut sie in ihrem kleinen, anthropologischen Gartenbuch nach, welche Kräuter zu welchem Gemüse passen. Dann holt sie die Schere und macht sich auf zu ihrem Hügel.

„Viele Pflanzen im Garten habe ich selber gezogen, nicht nur die Gartenkräuter. Die Kräuter kommen jedes Jahr an den gleichen Platz, während ich die anderen Sämlinge auspflanze und mich überraschen lasse, wo und wann und in welcher Farbe dann etwas wächst“, erzählt sie voller Stolz. So kam auch die gefüllte Akelei, die außen rot und innen weiß ist, in ihren Garten. „Sie sieht aus wie die faltigen Diakonissen-Hauben, deshalb nenne ich sie so“, erklärt die Hobbygärtnerin.

Inspirationen holt Truckses sich auch auf Reisen. Vergangenes Jahr in Südengland hat sie unter anderem gelernt, die Büsche, Bäume und Rankepflanzen mit Materialien aus der Natur zu befestigen. Sie besuchte dort den Landschaftsgarten „Sissinghurst“, der um 1930 von Viktoria Mary Sackville-West gestaltet wurde. Diese beauftragte damals sogenannte Pflanzenjäger, die in fernen Ländern nach besonderen Gewächsen Ausschau hielten und diese mit nach England brachten. Diese Pflanzen wurden auch als „grünes Gold“ bezeichnet. Dort gab es Bäume, die bis dahin auch in Deutschland unbekannt waren.

Auch Pastor Johannes Paulsen (1847-1916) aus Kropp, der junge Männer als Pastoren für die deutschen Gemeinden in Nordamerika ausbildete und diese dann dort besuchte, brachte von seinen Reisen Sämlinge mit, die anschließend in Kropp ausgepflanzt wurden. So ist etwa die Johannesallee mit ihren großen und alten Bäumen entstanden.

Die Liebe zum Gärtnern und zur Natur empfindet Truckses seit ihrer Kindheit. Der Lebensrhythmus der Pflanzen vom Werden, Wachsen, Reifen und Verblühen: Der Kreislauf der Natur inspirierte später auch ihre Predigten als Theologin.

Nach dem Mittagessen begibt sich Barbara Truckses in der Regel wieder zu ihrem Kräuterhügel. Über einen der drei schlangenförmigen Wege gelangt sie schließlich zu einer kleinen Aussichtsplattform. Dort steht ein Stuhl, der zum Meditieren einlädt. Von hier aus blickt die Gärtnerin auf einen anderen Ruhepunkt im Garten, einen unter einer Baumkletterrose stehenden Holzstuhl und sagt: „Wenn das Drumherum stimmt, dann kann wieder wachsen, was da schlummert und ruht. Ähnlich ist es mit unserer Seele.“

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