Bilanz : Ein Jahr Vollgas für die Wirtschaft

Bilanzgespräch mit Pascal Ledune (links) und Rolf-Oliver Schwemer.
Bilanzgespräch mit Pascal Ledune (links) und Rolf-Oliver Schwemer.

Pascal Ledune ist seit zwölf Monaten Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises.

Avatar_shz von
04. März 2014, 06:00 Uhr

Die Wirtschaft im Kreis ist vielfältig – und damit auch die Aufgaben der zentralen Anlaufstelle für die Unternehmen. Davon hat sich Pascal Ledune (43) in den vergangenen zwölf Monaten einen Eindruck gemacht. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Rendsburg-Eckernförde (WFG) ist jetzt seit einem Jahr im Amt.

„Die Zeit ist schnell vergangen. Ich habe von Anfang an viel Gas gegeben, Kontakte geknüpft und bereits 60 Unternehmen besucht“, sagte er bei einem Bilanzgespräch mit Dr. Rolf-Oliver Schwemer, Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender der WFG. „Ich bin froh, dass wir Pascal Ledune vor einem Jahr für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft gewinnen konnten. Es war ein gutes erstes Jahr der Zusammenarbeit“, sagte Schwemer.

Nachdem Ledune seine bisherige Wirkungsstätte in Dortmund verlassen hatte, sei Schleswig-Holstein als Arbeitsort „komplettes Neuland“ für ihn gewesen, sagte er. „Meine Vermutung, dass es hier viele ‚hidden champions‘ gibt, hat sich bestätigt“, sagte er. Solche oft unbekannten Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen hoher Qualität machten vieles erst möglich, etwa als Zulieferer großer Firmen.

Bei allen Gesprächen sei klar geworden, dass die Verkehrssituation den Unternehmen die größten Sorgen bereite. „Das ist der schwerwiegendste Eindruck, den ich bekommen habe, und zwar schon bevor die Rader Hochbrücke für Lastwagen gesperrt wurde.“ Es habe sich erneut gezeigt, wie wichtig eine gute Infrastruktur für Unternehmen sei. Insofern sei eine neue Querung des Nord-Ostsee-Kanals ein wesentlicher Punkt.

Ledune hat kürzlich eine Befragung unter den 1500 Unternehmen mit mehr als vier Mitarbeitern im Kreis angestoßen, die zurzeit läuft und im Mai mit einer Klausurtagung abgeschlossen werden soll. Damit möchte die WFG herausfinden, vor welchen konkreten Herausforderungen die Firmen aktuell stehen. „Das ist für jedes Unternehmen eine Chance, sich einzubringen und mitzuteilen, was es von der Wirtschaftsförderung erwartet“, sagte Pascal Ledune. Das zeige ihm und seinen Mitarbeitern, ob die Angebote seiner Gesellschaft richtig sind, oder ob sie sich neu aufstellen müssen. Der Fragebogen ist auf der Internetseite der WFG zu finden.

„Gerade die Bestandsentwicklung ist für das Wachstum wichtig. Wenn jedes der 1500 Unternehmen nur einen Arbeitsplatz zusätzlich schafft, ist schon viel geholfen“, sagte Ledune. Die Ansiedlung neuer Unternehmen sei jedoch nach wie vor ein Schwerpunkt. Im Rendsburg-Port und im angrenzenden Gewerbegebiet Süd seien genug Flächen frei. „Wir hoffen auf erste Ergebnisse bezüglich Neuansiedlungen noch in diesem Jahr“, so Ledune. Das entwickle eine Ausstrahlung auf den gesamten Kreis. Durch seine Größe seien die Interessenlagen naturgemäß sehr unterschiedlich. Das spiegele sich auch in den Anfragen fremder Unternehmen. Für einige sei ein günstiger Flächenpreis ein unschlagbarer Standortvorteil, während andere unbedingt Liegenschaften wie Produktionshallen brauchen. Dann sei der Ort innerhalb des Kreises oft zweitrangig, so Ledune. Grundsätzlich sei der Standort Rendsburg-Eckernförde für die Logistikbranche durch die Autobahnanbindung interessant. Aber auch die Kreativwirtschaft treibe inzwischen zarte Blüten.

Ein Weg, den Standort Rendsburg-Eckernförde bekannter zu machen, sei für ihn Pressearbeit in Fachmedien. „Wenn ein bayerisches Unternehmen wie Max Bögl in Norddeutschland investiert, dann wird das in Bayern als Qualitätsmerkmal des Standorts aufgefasst.“

> Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft ist im Internet unter www.wfg-rd.de zu finden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert