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Neue Pläne : Ein Hotel an der Obereider ist nur noch Nebensache

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Gesundheitszentrum und Eigentumswohnungen haben nach Angaben der Berliner Investoren Vorrang.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Ein Top-Hotel direkt an der Obereider – das ist der Traum. So steht es ganz oben auf der Wunschliste der Rendsburger Politik. Wann immer sich die Gremien in der Vergangenheit mit den ungenutzten Flächen am Obereiderhafen beschäftigten, spielte ein Beherbungsbetrieb, möglichst der gehobenen Klasse, die Hauptrolle. Zuletzt war vom „größten Hotel der Region“ mit 248 Betten die Rede. Es sollte das Kernstück des wassernahen Vorzeigeprojekts werden. Auf dieser Grundlage bekam das Konzept der Antan Recona Investment GmbH mit Sitz in Berlin den Zuschlag. Wie sich jetzt herausstellt, wurde der Rendsburger Politik möglicherweise zu viel versprochen.

Ein Hotel spielt in den jüngsten Plänen der Berliner Bauherren allenfalls noch eine Nebenrolle. Eventuell wird es gar nicht entstehen. Wie Antan-Recona-Geschäftsführer Ralf Eric Nestler auf Nachfrage der Landeszeitung bestätigte, hat sowohl der Bau eines Gesundheitszentrums als auch von Eigentumswohnungen für das Unternehmen Vorrang. Ein Hotel werde nur dann errichtet, wenn sich vorher ein passender Betreiber finde – und nach dem wird noch gesucht. In Frage kommt nach den Worten von Nestler „nur eine große Kette, sonst funktioniert das nicht“. Es gebe einen Interessenten, der seinem Unternehmen vergangene Woche von der Stadt Rendsburg zugespielt worden sei.

Auf die Frage nach der möglichen Dimension des Hotels sagte Nestler: „250 Betten sind für Rendsburg zu viel.“ Eine Markterhebung habe 120 Betten als Maximalgröße für den Standort Obereiderhafen ergeben. Das Hotel werde nicht mehr als vier Sterne haben. „Fünf Sterne wären für Rendsburg zu hoch gegriffen“, so der Geschäftsführer. Darüber hinaus plant Antan Recona in dem Hafenquartier 60 Eigentumswohnungen in viergeschossigen Einzelgebäuden. Im Erdgeschoss der „sechs Villen“ (Nestler) sollen Läden, Lokale und Dienstleister unterkommen.

Das gesamte Projekt befindet sich in der Vorplanung. Verkauft sind die beiden Grundstücke an der Wasserkante, die der Stadt Rendsburg gehören, noch nicht. „Wir erwarten die Kaufvertragsentwürfe zur Prüfung“, so Nestler. Der Gesamtpreis für beide Flächen (zusammen 12 400 Quadratmeter) beläuft sich auf 1,8 Millionen Euro. Für die beiden kleineren Grundstücke an der Tangente hat Antan Recona keine Verwendung.

Eine Planungsvariante der Berliner sieht vor, das Gesundheitszentrum mit einem Hotel in einem Gebäude zusammenzulegen. Wie berichtet, soll der Dienstleistungskomplex auf dem Teilstück im nördlichen Bereich des Hafens nahe der Brückenstraße errichtet werden. 4200 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung. 1500 Quadratmeter davon sind nach Angaben von Antan Recona für das Gesundheitszentrum reserviert. Angesichts dieser Platzverhältnisse erscheint die kombinierte Lösung unwahrscheinlich, zumal auch noch genügend Parkplätze für Patienten und Hotelgäste vorgehalten werden müssten.

Am anderen Ufer der Obereider lösen die jetzt bekannt gewordenen Pläne der Berliner Bauherren große Skepsis aus. ACO-Chef Hans-Julius Ahlmann hatte bereits vor Monaten grundsätzliche Bedenken gegen eine etwaige Wohnbebauung auf dem Obereidergelände angemeldet. Er befürchtet Klagen der künftigen Bewohner wegen Lärmbelästigung. „Wir erwarten durch 60 Wohneinheiten große Nachteile für unseren Fabrikationsbetrieb. Wir bestehen hier seit 1827 und sehen uns in erhebliche Enge getrieben“, sagte er. Man werde die Sache juristisch sehr genau prüfen, sollten die Pläne umgesetzt werden.

Verwundert ist Ahlmann, dass nun auch an der Obereider ein Gesundheitszentrum geplant sei. Erst in diesem Sommer hatte die ACO-Gruppe verkündet, am Einkaufszentrum Rondo – 250 Meter vom Hafenquartier entfernt – ein eigenes Ärztehaus bauen zu wollen. „Das ist doch sonderbar, dass man innerhalb weniger Wochen sein Konzept völlig ändert“, sagte er. „Das ändert allerdings nichts an unseren Plänen. Wir haben schon mit viele Ärzten Kontakt aufgenommen, wir haben Baurecht, damit müssen wir auch keinen B-Plan mehr auf den Weg bringen.“ Ein direkter Kontakt zu den Investoren aus der Hauptstadt sei noch nicht zustande gekommen. „Wir haben sie eingeladen, uns zu besuchen, damit wir uns abstimmen können. Aber dazu ist es noch nicht gekommen.“

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