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Landeszeitung

20. September 2017 | 09:34 Uhr

Nistkästen : Ein Haus für die Haselmaus

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Haselmäuse sind scheu und selten. Im Naturpark Hüttener Berge sind Nistkästen für den Nager aufgehängt worden. In Werbebroschüren und auf Hinweistafeln taucht das niedliche Tierchen als Maskottchen „Hütti“ bereits seit drei Jahren auf.

Möchte man als Tourist oder Einheimischer die Hüttener Berge erkunden, weist das Symbol einer unternehmungslustigen Haselmaus den Weg entlang unzähliger Rad- und Wanderrouten. Zielsicher scheint das Maskottchen des Naturparks Hüttener Berge jeden Winkel in Wald, Feld und Flur zu kennen.

Doch der Schein trügt: Laut Atlas der Säugetiere ist die Haselmaus in den Hüttener Bergen in den letzten Jahren nicht entdeckt worden. Um diesen Zustand zu ändern, hat der „Verein zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Raume des Naturparks Hüttener Berge“ (VFUL) jetzt die Initiative ergriffen und an geeigneten Stellen Nisthilfen aufgehängt.

„Die Landschaft bei uns stellt mit ihren Waldrändern und Knicks eigentlich ein optimales Biotop für die Haselmaus dar“, erläutert Hans Ulrich, Vorsitzender des VFUL und pensionierter Biologie-Lehrer. Da ein erster Versuch mit kleinen, abnehmbaren Nisthilfen scheiterte, habe man sich nun Rat bei sachkundigen Experten vom Schaalsee geholt. Das neue Modell ist ein größerer und massiver Holzkasten. Anders als jedoch bei einem Nistkasten für Vögel befindet sich das Einschlupfloch nicht an der Kastenvorderseite, sondern auf der Rückseite.

„Die Kästen werden in zwei bis drei Meter Höhe am Baum angebracht“, erklärt VFUL-Mitglied Horst Andritzke. So könne die Haselmaus an der Rinde hinauf klettern und dann in den Kasten schlüpfen. „Gleichzeitig schützt die neue Bauweise vor Räubern“, pflichtet ihm Hans Ulrich bei.

Unterstützt werden die beiden engagierten Naturschützer von Landwirt Johannes Jürgen Schröder, auf dessen Land die Nisthilfen für den kleinen Nager installiert werden dürfen. „In meinen Knicks gibt es viele Ecken mit Haselsträuchern“, freut sich Schröder, helfen zu können. Wichtig sei es außerdem, einen trockenen und warmen Standort für die Kästen auszuwählen, ergänzt Ulrich. Der Verein will bei Kontrollen im Juni und im September nachsehen, ob tatsächlich eine Haselmaus den Weg in eine der neuen Nisthilfen findet. Doch auch wenn dies nicht passieren sollte, umsonst sei die Aktion nicht gewesen. „Dann nutzen vielleicht Fledermäuse die Kästen als Ruheplatz“, sind sich die Naturschützer sicher.

Florian Käselau

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