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Lernen fürs Leben : Ein Glas voll Disziplin

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Persönlichkeitstrainer Christian Bischoff gab 600 Schülern des Gymnasiums Kronwerk Tipps für ihren Alltag. Dabei betonte er, wie wichtig Selbstvertrauen für Jugendliche ist.

Was haben ein rotes Stirnband und eine Flasche Wasser mit Disziplin und Selbstvertrauen zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Das dachte sich wohl ein Großteil der 600 Schüler des Gymnasiums Kronwerk. Sie besuchten gestern die Veranstaltung „Der positive Unterschied – Impulse fürs eigene Leben“ von Motivations-Trainer Christian Bischoff.

Selbstvertrauen, Disziplin und der Glaube an sich selbst – diese Werte möchte der ehemalige Profi-Basketball-Spieler Bischoff den Heranwachsenden mit auf ihren Weg geben. Von dem im Schulsystem herrschenden Gruppendruck und Hang zur Uniformität hält er nicht viel. Von dem Erkennen und Anerkennen der Individualität jedes Schülers hingegen schon.

Das wurde schnell klar, als der zwei Meter große Mann mit einem breiten, roten Stirnband vor die Mittel- und Oberstufe trat. „Stellt euch euer Leben wie eine Pyramide vor, die aus verschiedenen Bausteinen besteht.“ Die Grundlage des Bauwerks ist Selbstvertrauen. Jeder kann es trainieren – etwa, wenn man seinem Gegenüber beim Sprechen in die Augen blickt. Eine weitere wichtige Grundlage ist Konzentration. Bischoff veranschaulichte dies den Schülern in einem Spiel. Bei „Christian sagt“ mussten die Jugendlichen das machen, was Bischoff ihnen vormachte. Aber eben nur, wenn „Christian sagt“. Wer bei „Christian fragt“ reagierte, schied aus. Verlierer gab es bei diesem Spiel jedoch nicht. Die Lektion lautete schlicht: „Wir müssen Fehler machen, um zu lernen“.

Jeder Mensch solle sich die Frage „Was will ich wirklich?“ stellen. Die Antwort klang zunächst kitschig: „Folge deinem Herzen.“ „Die Mädchen denken jetzt ‚Oh wie süß‘ und die Jungs ‚Mist, das ist Emotion‘, sagte Bischoff. Es bedeute aber nur, dass man auf seine Intuition hören solle.

Dieser Punkt war dem Mental-Trainer sehr wichtig: „Denn nur, wenn man sich selbst kennt, kann man seine Stärken richtig einschätzen.“ Häufig werde er gefragt, was man für beruflichen Erfolg und ein glückliches Leben machen müsse. Bischoff hatte die passenden Antworten parat: „Für Erfolg im Leben müsst ihr eure Stärken stärken und lernen, mit euren Schwächen umzugehen.“ Außerdem sei Disziplin sehr wichtig: „Ihr müsst jeden Tag etwas dafür tun, dass ihr eure Ziele erreicht.“

Bischoff verglich Wasser mit den Stärken und Disziplin mit einem Glas. Anstatt seine Stärken sinnlos irgendwo hin zu gießen, soll man sie gezielt in den Behälter Disziplin fließen lassen. Das Bündeln der Kräfte und stetige Arbeit seien die Grundlage des Erfolgs.

Die vom Ex-Sportler vermittelten Werte wie Selbstvertrauen und Disziplin sind nichts Neues. Aber die anschauliche Art und spielerische Weise der Vermittlung schon. Mit Witz, direkter Ansprache und Einfühlungsvermögen bringt Bischoff seine Botschaften rüber. Es macht eben einen großen Unterschied, ob einem der Lehrer oder ein ehemaliger Basketball-Profi sagt, dass man am Tag 15 Minuten mehr lernen soll. Diese Erfahrung hat Valerie (16) gemacht. Sie hörte Bischoffs Vortrag bereits vor vier Jahren und wollte ihn auch dieses Mal nicht verpassen. „Die Tipps haben mir weitergeholfen. Ich bin viel besser in der Schule geworden“, so die Kronwerk-Schülerin. Damit hatte die Schule ihr Ziel erreicht. Rainer Rosenthal, Koordinator für schulfachliche Aufgaben, dazu: „Wir wollten mit der Veranstaltung Impulse setzten, die nicht so schnell vergessen werden.“

Und was hat es nun mit dem roten Stirnband auf sich? Es hilft den Jugendlichen zum einen, sich an Bischoff und seine Aussagen zu erinnern. „Meinen Namen haben sie übermorgen vergessen, aber wenn sie an den Typen mit dem bescheuerten Stirnband denken, fallen ihnen automatisch meine Botschaften ein“, so der Trainer. Zum anderen möchte Bischoff zeigen, dass das Aussehen für Erfolg egal ist. Deswegen gab Bischoff jedem Jugendlichen mit auf den Weg: „Du bist so gut, wie du bist.“

 

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erstellt am 20.Feb.2014 | 13:37 Uhr

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