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Hohenwestedt : Ein Gemälde mit vielen Geheimnissen

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Auf dem Bild hatte sich bereits der Schimmel durchgefressen. Restauratorin Andrea Junken berichtete über ihre Arbeit an dem Gemälde, das in Hohenwestedt aufgetaucht war. Die Herkunft und der Name des Künstlers ließen sich nicht rekonstruieren.

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2013 | 11:06 Uhr

Übermalungen, Schimmelbefall und „Schussverletzungen“: Restauratorin Andrea Junken berichtete in der Peter-Pauls-Kirche von all den Widrigkeiten, mit denen sie während ihrer zweimonatigen Arbeit am Krippenbild zu kämpfen hatte. „Das Gemälde ist nicht signiert, der Künstler unbekannt“, stellte die Expertin fest, „das Bild ist auf jeden Fall Barock, frühes 18. Jahrhundert, ich würde es im Alpenraum lokalisieren, italienischer Einfluss ist vorstellbar.“

Das Gemälde sei schon einmal restauriert worden, und bei dieser früheren Bearbeitung seien durch den Einsatz scharfer Lösungsmittel große Flächen der Malschicht verloren gegangen, diagnostizierte Andrea Junken. Wenn die Klimaschwankungen zu intensiv seien, komme es bei Ölgemälden zum Abfallen von Malschichtschollen: „Das ist hier an unzählig vielen kleinen Stellen passiert.“ Der Schimmelbefall habe sich von der Rückseite „auch nach vorn durchgefressen.“

Drei auffällige Löcher im Bereich von Marias Kopf deutete die Wedelerin als „Schussverletzungen“: „Das wäre ein Thema für einen weiteren Krimi.“ Die Übermalungen des Bildes seien nicht zu dessen Vorteil ausgefallen: „Die haben das Strahlen des Himmelslichts stumpf gemacht.“

Auf einer Beamer-Leinwand konnte die Restauratorin dem Publikum zeigen, wie kunstvoll und detailreich der Engelsreigen im oberen Bildteil ursprünglich gestaltet war: „Da sind Engel bis ins Unendliche zu sehen.“ „Dieses Bild hat viele im Dunkeln liegende Geschichten erlebt“, bilanzierte Andrea Junken, „Ziel der Restaurierung war es, das Gemälde wieder in einen repräsentativen Zustand zu versetzen, und ich freue mich, wenn mir dies gelungen ist.“

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